Wird es eine zweite Welle geben?

Was denkt ihr, wird es eine zweite Welle mit über 5000 täglichen Neuinfektionen in Deutschland geben?

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Bei der spanischen Grippe gab es mehrere Wellen und laut RKI und anderen Experten ist das kaum zu verhindern:

Meine Meinung: Ich denke, dass sich eine zweite Welle verhindern lässt. Solange man R unter 1 hält, werden die Infektionszahlen sinken. Wenn es dann mal über eine Woche steigt, werden das erstmal nur leichte Steigungen sein, so dass man Maßnahmen wieder verschärfen kann. Die Obergrenze von 50 Infektionen in den Landkreisen dürfte auch dafür sorgen, dass fast jeder Landkreis verhindern möchte, an die Grenze zu gelangen.

Gegenüber der spanischen Grippe haben wir heute viel bessere Möglichkeiten die Situation zu verstehen. Damals waren Grippeviren noch nicht bekannt, es gab keine PCR-Tests und auch die Informationsverarbeitung verlief langsamer, selbst wenn heute einige Gesundheitsämter wohl noch auf Faxgeräte setzen.

Risiken ich dann, wenn sich Menschen bewusst infizieren wollen oder es politisch nicht mehr gewollt ist, COVID-19 einzudämmen. Im Moment sehe ich dafür aber gute Unterstützung insgesamt.

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Ja gut, die Herausforderung wird aber wohl werden genau das zu tun.

Ich denke der wichtigste und derzeit am wenigsten vorhersehbare Punkt ist wie gut sich Lockerung/Verschärfung im Wechsel durchführen lassen. Ich denke der Respekt vor Volkes Stimmung ist im Moment sehr groß. Wir können froh sein, wenn wir nicht zu schnell einen Rückfall erleben, denn solange das Tracing noch so schlecht ist, wie es im Moment scheint wird es schwer werden sehr gezielt zu steuern, sollte sich ein erneuter Ausbruch zeigen. Und wenn es nicht gezielt möglich ist, dann muss der Vorschlaghammer rausgeholt werden. Das ist meines Erachtens unter allen Umständen zu vermeiden. Ich bin also nicht sicher ob im Falle einer höheren Ausbruchsdynamik die Reaktion so zügig und kräftig wie nötig sein wird.

Meine Stimme geht daher im Moment auf ein kritisch pessimistisches Ja.

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Meine Meinung: eine zweite Welle wird uns treffen.

Warum? Weil der politische Druck für mehr Lockerungen immer größer wird und die Menschen sich immer weniger an die Maßnahmen halten - sei es aus Dummheit oder weil sie es satt haben, wie in einer Isolation zu leben.

Allein was ich tagtäglich in meinem Umfeld erlebe, lässt mich am Menschenverstand meiner Mitbürger zweifeln. Sei es der Zahnarzt, der widerwillig die Maßnahmen umgesetzt hat mit dem lapidaren Hinweis, dass sie ja schon vor Cov19 großen Risiken wie HIV, Hepatitis etc. ausgesetzt waren. Oder meine Physio, die Patienten ohne MNS behandelt. Oder die nette Dame, die zwar beim Einkaufen Handschuhe trägt, dann aber fleissig mit den Handschuhen auf ihrem iPhone rumdaddelt.

Die Wiederaufnahme der Bundesliga wird das nächste symbolische Zeichen für die Bevölkerung, noch weniger Vorsicht walten lassen. Die Bilder aus Italien sind längst vergessen und alles schaut nach Schweden. Hey, es ist doch gar nicht so schlimm.

Und das Palmerle aus Tübingen hat ja - pragmatisch und undiplomatisch wie er nun mal ist - die Lösung des Problems vorweggenommen: die Gesellschaft wird sich dran gewöhnen, dass wieder mehr Schwache (z.b. Vorerkrankte) und Alte wegsterben. Das könnte kurzfristig natürlich für etwas Empörung sorgen, sollte unser Gesundheitswesen doch an seine Grenze kommen und in einen Triagemodus verfallen. Aber hey, das wäre ja nur von kurzer Dauer und wenn man im Gegenzug endlich wieder nach Malle fliegen könnte und aufs Oktoberfest, dann wäre das gesellschaftlich doch zu ertragen.

Die Landesregierung in BW geht zumindest ebenfalls davon aus, dass eine zweite Welle kommt.

Ich persönlich könnte noch ewig mit einem Lockdown leben…evtl. müssten wir dann unsere Arbeitszeit reduzieren, damit wir den Kindern im richtigen Homeschooling auch etwas Lernstoff vermitteln könnten :sweat_smile:

Wie hat die ältere Dame im TV sinngemäß gesagt: im Urlaub im Juni will ich meine gewohnte Freiheit wieder zurück haben und hab keine Lust mehr auf Maskenpflicht und Abstand halten.

Dann sind die Grenzen wieder weitestgehend offen, es wird wieder geflogen, es gibt keine Quarantäne mehr und es wird höchstens stichprobenartig getestet.
Ich jedenfalls rechne damit, das damit alles wieder von vorne anfängt.
Offensichtlich bin ich nicht in der Lage diese Lockerungsmassnahmen zu verstehen. :nauseated_face:

Ich wäre sehr überrascht, wenn wir nochmal auf 5.000/d kämen.

Wenn wir von gut 2 Wochen zwischen Infektion und Meldung beim RKI ausgehen, sind wir bei 4 Perioden bevor der Alarm losgeht. Derzeit sind wir im Wochenmittel bei um die 800 entdeckten Infektionen. Wenn ich annehme, dass bei einem R von 1,5 sicherlich wieder wirksame Maßnahmen ergriffen würden, kommen wir gar nicht mehr so hoch.

Meiner Meinung nach, wird die Vernunft oder Unvernunft der Menschen sich eher dahin auswirken, ob wir einen zweiten Lockdown bekommen oder nicht, weniger ob wir nochmal über 5.000 Infektionen am Tag sehen.

Gruß Mathie

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Als Laie kann und will ich das nicht beurteilen.
Aktuell sieht es in Österreich gut aus, wir müssen eben acht geben dass wir nicht alles gleichzeitig hochfahren.
Eine Pandemie findet nun mal weltweit statt, aktuell in Europa abflauend dafür geht´s z.B. in Brasilien hoch - würden wir also aktuell jemanden von Brasilien nach Österreich einreisen lassen könnten wir ganz rasch ein Problem, also zB eine zweite Welle, bekommen.

Vom Eintrag einer einzelnen Infektion zu einer zweiten Welle ist es ein weiter Weg. Wichtig ist, dass Infektionen schnell entdeckt werden und sich nicht unbemerkt ausbreiten können.

Du hattest glaube ich mal einen Link zu den verschiedenen in Österreich untersuchten Infektionsclustern gepostet. Ganz wenige waren von Touristen eingetragen und hatten dann einheimische angesteckt.

Klar ist jeder Eintrag ein Risiko, aber wenn es irgendwo zweite Wellen gibt, dann glaube ich nicht, dass diese durch einen Eintrag von außen ausgelöst werden, dazu ist die Prävalenz auch in den Ländern die das Virus gut unter Kontrolle haben immer noch zu hoch und die Zahl der möglicherweise aus Risikogebieten einreisenden Personen zu niedrig.

Gruß Mathie

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Nachtrag zu Brasilien

Auch Russland extrem, wird mit den Fällen wohl morgen Spanien überholen und auf Platz 2 hinter den USA rücken.

Du hast geschrieben:

Ganz wenige waren von Touristen eingetragen und hatten dann einheimische angesteckt.

Und genau das ist doch der Punkt. Es hat überall am Anfang nur wenige infizierte Touristen, Geschäftsleute, etc. gebraucht, um die Infektionen unter den jeweiligen Einheimischen zu verteilen. Und dann haben nur noch die dadurch infizierten Einheimischen die Infektionen weiter verteilt.

Wenn nun, wie demnächst beabsichtigt ist, zwischen europäischen Ländern die Grenzen wieder öffnen und auch wieder Flüge gestattet sind, dann werden auch wieder infizierte Touristen, Geschäftsleute, etc. ins Land kommen und neue Infektionen eingeschleppen. Das ist die unvermeidliche Folge.
Insbesondere wenn, wie in D geplant, Tests und Kontrollen nur sporadisch stattfinden sollen und es keine Quarantäne gibt, ist das ein hohes Risiko für weitere Infektionswellen.
Wie das in Österreich gehandhabt werden soll, weiß ich nicht.
Der junge Kanzler scheint ja erstaunlich clever zu sein und hat vielleicht schon ein besseres Konzept als Deutschland.

Bezweifle, dass die asiatischen Länder während der Pandemie freien unkontrollierten Flug- und Grenzverkehr einführen werden. Das haben sie bis jetzt nicht und das werden sie wohl auch nicht, weil es absolut kontraproduktiv in der Eindämmung einer Pandemie ist.

kleine Korrektur…

Der (Bundes)Präsident ist schon 76.
Der Junge (33) ist der Bundeskanzler. :smile:

Die wenigen Einschleppungen die aus dem Ausland kommen werden, sind in der aktuellen Situation in DE irrelevant, wir haben noch ein viel zu großen lokales Infektionsgeschehen.

Ich hab dazu vorhin wir was geschrieben:

Gruß Mathie

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Ja klar. :blush:

@Mathie
Auch wenn die Infektionen bei uns höher als in Österreich sind, können genug unkontrolliert neu eingeschleppte Infektionen in der Urlaubszeit bei uns für einen erneuten massiven Anstieg sorgen.

Wenn Urlaub in Länder mit ähnlichem Infektionsgeschehen stattfindet, dann steigt die Ansteckungsgefahr dadurch noch nicht. Nachverfolgung wird natürlich über Ländergrenzen hinweg deutlich schwieriger, das stimmt schon

Wenn man die aktuelle Testkapazität aber clever nutzt, dann sollte man jeden Infektionsherd schnell mitbekommen.

Selbstverständlich wird es eine zweite Welle geben. Es steht vollkommen außer Frage, dass die Rahmenbedingungen für Infektionen mit diesem Virus in der kalten Jahreszeit viel besser sind, als zurzeit. Es steht für mich ebenso außer Frage, dass der Virus bis dahin nicht ausgerottet sein wird, u.a. weil ja eben gerade während unseres Sommers auf der Südhalbkugel die „guten“ Infektionsbedingungen vorliegen.

Eine theoretische Möglichkeit wäre ein Impfstoff, aber dass bis zum Herbst ein wirksamer und sicherer Impfstoff in ausreichender Menge zur Verfügung steht, scheint schon sehr, sehr unwahrscheinlich.

Wenn sich also die Rahmenbedingungen für den Virus dahingehend verbessern, dass wir uns wieder vermehrt in geschlossenen Räumen aufhalten und unsere Schleimhäute mit trockener geheizter Luft vorbelasten, dann kann das Infektionsgeschehen nur in Schach gehalten werden, wenn man parallel zu dieser Entwicklung den Lockdown wieder verschärft. Falls das gelingt, könnte die zweite Welle noch an uns vorbeischwappen, aber aus einer Reihe psychologischer und soziologischer Gründe halte ich es für unwahrscheinlich, das ein zweiter Lockdown ebenso zügig und konsequent realisiert werden könnte, wie der erste.

Wenn sich das Verhalten der Menschen also (grob gesagt) nicht ändert, zugleich aber die Rahmenbedingungen für den Virus besser werden, dann ist eine „zweite Welle“ unausweichlich. Ob die zweite Welle „schlimm“ wird, oder ob wir „mit einem blauen Auge“ davon kommen, wird eine Gratwanderung, auf die wir uns (mental) am besten jetzt schon vorbereiten.

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Bis zum Herbst sehe ich gute Chancen, die richtigen Vorbereitungen zu treffen:

Produktionskapazität hochfahren & Vorräte an FFP2-Masken und anderer Schutzausrüstung anlegen
Tracing-App bereitstellen und verbessern
Testkapazität noch weiter ausbauen. 1 Mio Test pro Woche ist eigentlich schon ganz gut, noch mehr hilft dabei noch schneller die Ketten zu erkennen und zu durchbrechen.

Man muss die Zeit jetzt sinnvoll nutzen.

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Man könnte meinen es gab nie ein LEBEN ohne Corona, seit Monaten ständig präsent in den Medien…

Anscheinend war ein 4-wöchiger Lockdown bei uns in Ö. eher nicht übertrieben…
2 Wochen im Iran anscheinend zu kurz…

Hat eigentlich jemand eine Idee, wie die Situation in Finnland ist? Dort wird ja sehr häufig und intensiv die Sauna genutzt. Die Idee schoss mir nur gerade eben durch den Kopf, ob vielleicht regelmäßige Saunagänge einen irgendwie schützenden Effekt haben könnten?

Sauna zur Stärkung Immunsystem gut, für Virus abtöten nicht lange heiß genug (sofern ich das richtig in Erinnerung habe)

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Möge der Herr D. recht behalten…