Wie viele falsch positive PCR-Ergebnisse haben wir, und warum so wenige?

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Bei 1 falsch positiven Test/10.000 waren das bei den 2,15 Millionen Test der 34. und 35.KW gerade mal 215 falsch positiv Getestete von 17.081, die in Quarantäne geschickt wurden.

Da negative im Gegensatz zu positiven Tests nicht doppelt überprüft werden , könnte hier die Rate tatsächlich bei 1,4% falsch negativ liegen, wenn es nicht noch viele weitere Gründe geben würde, warum ein Infizierter zu bestimmten Zeiten ein negatives Testergebnis haben kann.
1,4% von 2,15 Millionen sind übrigens mehr als 30.000.

Und Bodo Schiffmann, Gründer der Partei „Widerstand2020“, zeigte in einem Youtube-Video vom 1. September eine Grafik der Fallzahlen und sagte: „Das heißt, seit dem 14.5. etwa hat es in Deutschland keinen Nachweis von positiven Erkrankungen gegeben, sondern wir bewegen uns genau im Bereich der Fehlertoleranz des PCR-Tests.“ Diese nimmt Schiffmann laut der Grafik bei 1,4 Prozent an

Dann hat Herr Schiffmann, der im Anschluss an Widerstand2020 erfolglos noch eine weitere Partei gegründet hat, mit der er mittlerweile nichts mehr zu tun hat, seit Neuestem die Existenz des Virus wohl doch anerkannt. Oder wie?
Wenn sich ein Herr Schiffmann an 1,4% falsch positiv aufhängt, dann ist seine Argumentation, abgesehen von dem zu hohen Prozentsatz, doch sowieso von vorne bis hinten falsch. Was sich aktuell an der Zunahme der positiven Tests und damit der Infektionen in vielen europäischen Ländern zeigt.
Aber ich habe ja gelernt, dass ein Anhänger von Verschwörungstheorien in Sachen Covid-19 grundsätzlich nicht ins Ausland oder in die Welt schaut. :mask: Es sei denn, dort gibt es eine neue Verschwörungstheorie, die man zu den eigenen dazu nehmen kann. :rofl:

Ich frage mich eher, wie viele werden frühzeitig in der Inkubationsphase als nicht erkrankt getestet, bei denen es später als asymptomatische Infektion ausbricht, die dann z.B. zu Familenfeiern gehen und die Infektion munter weiter verteilen.
Wenn ein asymptomatisch Infizierter zurückgezogen lebt und nur mit Maske und Abstand unter Menschen geht, dürfte die Gefahr der Weitergabe der Infektion dagegen immer noch gering sein.

@Volker.Berlin in dem Beitrag von correctiv wurde es schon angedeutet. Das Problem sind die falsch negativen Ergebnisse.
Dazu habe ich eine Studie vom August entdeckt, die beunruhigt.

Ergebnisse: Über die 4 Tage der Infektion vor dem typischen Zeitpunkt des Symptombeginns (Tag 5) sinkt die Wahrscheinlichkeit eines falsch negativen Ergebnisses bei einer infizierten Person von 100% (95% CI, 100% auf 100%) am Tag 1 am Tag 4 auf 67% (CI, 27% bis 94%).
Am Tag des Symptombeginns betrug die mittlere falsch-negative Rate 38% (CI, 18% bis 65%).
Dieser Wert sank am 8. Tag (3 Tage nach Auftreten der Symptome) auf 20% (CI, 12% bis 30%) und stieg dann wieder an, von 21% (CI, 13% bis 31%) am 9. Tag auf 66% (CI) 54% bis 77%) am Tag 21.

Diese Studie war übrigens auf einer Seite verlinkt, die von Menschen betrieben wird, die seit Monaten am Post-Covid-Syndrom leiden, obwohl sie negativ getestet wurden.
Was zeigt, dass die Problematik der falsch-negativen Tests größer sein könnte, als von correctiv angedeutet.