Wege aus dem Lockdown in Israel

Im Artikel geht es um Wege aus dem Lockdown, nicht die Planung des Lockdowns, wie die Überschrift suggeriert:

Zum einen spricht man davon, die sehr restriktiven Ausgangsbeschränkungen (100 m Abstand) selektiv zu lockern, hat aber trotzdem bereits den nächsten Winter im Auge:

Hier wäre es denkbar, jüngeren Menschen mehr Bewegungsfreiheit zu erlauben und einige Geschäfte zu öffnen. Dank unserer Daten könnten wir die Empfehlungen jederzeit anpassen. Wir müssen die Älteren beschützen, aber wir müssen auch handeln… Und wir müssen verhindern, dass es im Winter eine Explosion der Fallzahlen gibt, wenn noch andere Atemwegserkrankungen grassieren. Das könnte unser Gesundheitssystem nicht verkraften.

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Offensichtlich ist es nicht gut gelaufen. Dem heutigen Fernsehbericht zu Israel war eine gewisse Panik zu entnehmen, die an die Anfangszeit der Pandemie erinnert. Deshalb habe ich nachgeschaut.

Israel ist nun bereits im zweiten Lockdown und wird ihn nun weiter verschärfen, da die Zahlen weiter steigen. Dazu hat Israel die Tests an manchen Tagen ganz massiv erhöht, um das Maß der Durchseuchung aufzudecken.

Auf mehreren Seiten wird davon berichtet, dass laut Aussage des Gesundheitsministeriums vom Mittwoch am Vortag 6.923 Menschen = 11,5% positiv getestet wurden.

Doch damit war für diese Woche die Spitze noch nicht erreicht. Gestern waren 12,6% und heute 14% der Getesteten positiv.
https://datadashboard.health.gov.il/COVID-19/general

5 Krankenhäuser scheinen bereits ausgelastet oder überlastet zu sein und einige sind kurz davor. Knapp 4.600 Personen des medizinischen Personals befinden sich in Isolation.
Anfang der Woche waren es noch einige hundert weniger. https://www.jns.org/spike-in-covid-19-cases-could-bring-israels-hospitals-to-their-knees-official-warns/
Die Anzahl der heute infizierten Personen ist doppelt so hoch wie vor 32 Tagen.
Och Mann. Das hört sich gar nicht gut an. :mask: Israel hat ja nur gut 9 Millionen EW.

Die Widersprüche des Landes kann man wohl diesem Artikel teils ganz gut entnehmen.


Die haben teils auch ultraorthodoxe Politiker, die trotz Pandemie dafür plädieren, dass die Synagogen zumindest an Jom Kippur, dem heiligsten Tag des Jahres, geöffnet bleiben.

Auch insgesamt scheinen die Ultraorthodoxen besonders schwer betroffen zu sein. Unruhen gibt es natürlich auch.
https://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.nach-corona-rekordzahlen-netanjahu-israels-corona-lockdown-wird-verschaerft.f834fcb8-4a30-4faa-8b57-a570725f25b2.html

Israel billigt strengere Sperrmaßnahmen, um den starken Anstieg der COVID-19-Morbidität einzudämmen

Die Schließung soll am Freitag um 14 Uhr in Kraft treten und mindestens drei Wochen dauern. Die meisten Geschäfte werden geschlossen, Gebete und öffentliche Proteste eingeschränkt und ausgehende Flüge werden abgesagt.

Wie dem Artikel zu entnehmen, sind einige Dinge bisher nicht klar. Z.B. was wesentliche Arbeiten sind, die noch ausgeführt werden dürfen, oder welche Richtlinien für Synagogen an Jom Kippur gelten.