Viruslast bei Kindern und Erwachsenen nicht signifikant unterschiedlich

Die Virologinnen und Virologen der Charité haben untersucht ob sich die Viruslast bei Kindern und erwachsenen unterscheidet.

Es gibt verbreitet die Hoffnung, dass Kinder, da sie weniger oft Covid-Symptome entwickeln möglicherweise auch weniger infektiös sein könnten.

Epidemiologische Daten dazu fehlen, deshalb ist die Viruslast momentan wohl der einzige Anhaltspunkt die Hypothese zu prüfen.

Leider keine Hinweise auch niedrigere Infektiosität von Kindern:

Abstract

Data on viral load, as estimated by real-time RT-PCR threshold cycle values from 3,712 COVID-19 patients were analysed to examine the relationship between patient age and SARS-CoV-2 viral load. Analysis of variance of viral loads in patients of different age categories found no significant difference between any pair of age categories including children. In particular, these data indicate that viral loads in the very young do not differ significantly from those of adults. Based on these results, we have to caution against an unlimited re-opening of schools and kindergartens in the present situation. Children may be as infectious as adults.

Gruß Mathie

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Auch zu den Zahlen von Herrn Drosten gibt es eine aktuelle Kritik!

Zum Autor der Studie: Leonhard Held ist ordentlicher Professor für Biostatistik an der Universität Zürich (UZH). Derzeit ist er Leiter der Abteilung Biostatistik am Institut für Epidemiologie, Biostatistik und Prävention, Programmdirektor des Masterstudiengangs Biostatistik und Direktor des Zentrums für Reproduzierbare Wissenschaft an der UZH

Wieder ein totales Durcheinander, wobei dem schweizer Professor gleich von mehreren widersprochen wurde.

Und hier wird wohl gleich auf 2 Studien verwiesen, die das Gegenteil sagen.

@Pitterausdemtal Der Artikel im Sankt Galler Tagblatt ist ziemlicher Quatsch.

Die Autorin baut gleich in der Einleitung zwei Strohmänner auf, die dann demontiert werden.

Die Studie des Deutschen Star-Virologen Christian Drosten sorgte letzte Woche für Aufsehen in Europa, da Drosten zum Schluss kam, im Rachen von erkrankten Kindern würden sich gleich viele Coronaviren tummeln wie bei Erwachsenen.

Drosten zog daraus den Schluss, eine sofortige komplette Öffnung der deutschen Schulen sei nicht zu verantworten.

In dem Zitat stehen zwei Behauptungen was Drosten angeblich gesagt habe, ich habe sie mal gefettet.

Weder die erste Behauptung noch die zweite Behauptung habe ich in dem anständigerweise verlinkten Paper auf das sich der Artikel bezieht gefunden!

Im Abstract des Papers steht:

Analysis of variance of viral loads in patients of different age categories found no significant difference between any pair of age categories including children. In particular, these data indicate that viral loads in the very young do not differ significantly from those of adults.

Es gibt also in den Daten keinen statistisch signifikanten Unterschied zwischen den Virusbelastungen bei den Altersgruppen. Das ist etwas völlig anderes als die Aussage des Artikels, das die Studie behaupte, es sind gleich viele Viren bei Kinder bei Kindern und Erwachsenen. Wer das nicht versteht, sollte nicht über wissenschaftliche Studien berichten. Ich erwarte ja nicht, das Journalisten Spezialisten in dem Bereich sind, über den sie berichten, aber wer den Unterschied Handball und Fußball nicht kennt, sollte auch kein Sportreporter werden :wink:

Drosten selbst hat am 5.5. also zwei Tage bevor der Artikel erschien selbst über die Daten, die sie im Labor der Charite gefunden und für die Veröffentlichung ausgewertet haben, gesagt:

Und wir sehen in Viruslastdaten auch einen Trend, der statistisch nicht zu erhärten ist, aber bei aller Erfahrung haben wir auch ein Bauchgefühl für Daten, auch da sehe ich einen Tick weniger Virus bei Kleinkindern und nicht bei mittelalten und alten Kindern.

Also ein klein wenig Recherche hätte das Missverständnis der Autorin, so es denn eines war und keinen böse Absicht, leicht aufklären können.

Jetzt zum zweiten Strohmann, den ich für noch schwerwiegender halte. Im Paper steht (Festungen von mir):

Based on these results, we have to caution against an unlimited re-opening of schools and kindergartens in the present situation. Children may be as infectious as adults.

Da rät jemand zu Vorsicht etwas zu tun, weil es keinen Beleg dafür gebe, dass die Handlung ungefährlich sei und die Autorin macht daraus, jemand halte eine Handlung für unverantwortlich :roll_eyes:

Das halte ich für infam. Das Paper stellt keinerlei moralische Wertung auf, ob etwas zu verantworten sei oder nicht. Das zu unterstellen scheint mir schon bösartig, denn den Unterschied zwischen „caution against“ und „act irresponsibly“ muss jeder Journalistin und jedem Journalisten klar sein, wenn sie sich auf englischsprachige Quellen berufen.

Sorry wenn ich jetzt so deutlich werde, aber Du hast hier im Forum schon mehrere Links Links gepostet, die freundlich formuliert Quatsch waren. Ich unterstelle Dir hier keine böse Absicht, aber es interessiert mich wirklich, woher Du diesen Kram bekommst!

Der Artikel ist ja schon einige Tage alt aus einer Tageszeitung, die vermutlich niemand aus Wuppertal liest. Also halte ich es für unwahrscheinlich, dass Du den Artikel selbst gefunden hast, oder?

Der Informationskanal, über den Du den Artikel im Sankt Galler Tagblatt erhalten hast, taugt nichts, die primitive Strohmann-Argumentation, um den Artikel irgendwie hochzujazzen, sticht einem doch sofort ins Auge, wenn man nur mal ein bisschen nachbohrt! Mein Rat, such Dir bessere Quellen, die Dich nicht mit so einem Scheiß behelligen.

Sebastian Leber vom Tagesspiegel meint, dass Du Leuten die dich mit sowas vollmalen auch raten darfst, den Scheiss der Parkuhr zu erzählen :wink:

Der mMn vernünftigere, aber nicht so amüsant zu lesende Frank Jansen hält dagegen:

Ich halte es deshalb mit Frank Jansen, auch wenn ich gerne so cool wäre wie Sebastian Leber :wink:

Gruß Mathie

Falls Falls jemand die beiden Artikel aus dem Tagesspiegel diskutieren möchte, wäre hier ein guter Platz dafür:

Leider keine guten Neuigkeiten zur Infektiosität von Kindern:

Und hier der Originalartikel aus der NYT, auf den sich der ytagesspiegel bezieht:

Und hier noch die Studie wie sie vom CDC veröffentlicht wurde, finde allerdings die Journalistische Aufarbeitung der NYT besser zu lesen und die enthält alle Infos, die mir relevant erscheinen.

Gruß Mathie

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Der Presserat hat die Bildzeiitung wegen der Berichterstattung über die Studie der Charité zur Viruslast bei Kindern gerügt:

https://www.presserat.de/presse-nachrichten-details/rüge-für-bericht-über-corona-studie.html

Gruß Mathie

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Nach einer neuen amerikanischen Studie stellt es sich noch etwas anders dar.

Die Studie an 192 Kindern und jungen Erwachsenen - Neugeborenen bis 22-Jährigen - ergab, dass 49 positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurden und weitere 18 Symptome einer COVID-19-Krankheit zeigten.

Darüber hinaus hatten infizierte Kinder einen sehr hohen Virusgehalt in ihren Atemwegen - eine Viruslast, die über der von sehr kranken erwachsenen Patienten lag, die auf Intensivstationen betreut wurden.

Dies ist wichtig, da die Fähigkeit einer infizierten Person, SARS-CoV-2 zu übertragen, mit der Virusmenge in ihrem System steigt.

„Ich war überrascht über die hohen Viruskonzentrationen, die wir bei Kindern jeden Alters festgestellt haben, insbesondere in den ersten beiden Tagen nach der Infektion“, sagte der Studienleiter Dr. Lael Yonker, Direktor des MGH Cystic Fibrosis Center.

"Ich hatte nicht damit gerechnet, dass die Viruslast so hoch sein würde. Sie denken an ein Krankenhaus und an alle Vorsichtsmaßnahmen zur Behandlung schwerkranker Erwachsener, aber die Viruslast dieser hospitalisierten Patienten ist signifikant niedriger als bei einem ‚gesunden Kind‘, das mit einer hohen SARS-CoV-2-Viruslast herumläuft ", sagte sie in einer Pressemitteilung des Krankenhauses.

Fasano glaubt, dass die Rolle von Kindern bei der Verbreitung von COVID-19 möglicherweise unterschätzt wurde.

„Während dieser COVID-19-Pandemie haben wir hauptsächlich symptomatische Probanden untersucht, sodass wir zu dem falschen Schluss gekommen sind, dass die überwiegende Mehrheit der infizierten Personen Erwachsene sind“, sagte er in der Pressemitteilung. „Unsere Ergebnisse zeigen jedoch, dass Kinder nicht gegen dieses Virus geschützt sind. Wir sollten Kinder nicht als potenzielle Verbreiter für dieses Virus ausschließen.“

Das Bostoner Team war sich einig, dass Kinder, die mit dem neuen Coronavirus infiziert sind, in den allermeisten Fällen nicht an einer schweren Krankheit erkranken. Die wirkliche Gefahr liegt in der Vermischung mit schutzbedürftigeren Erwachsenen.

Auch einige andere in der Zwischenzeit erschienene Studien berichten von einer höheren Viruslast bei Kindern. Mindestens eine sogar davon, dass sie bei kleinen Kindern ganz besonders hoch wäre.

Schwierige Situation. Wenn die Kleinen das Gefühl hatten, einen Fehler gemacht zu haben, als sie zu Beginn der Pandemie nicht mehr mit ihren Müttern in Geschäfte durften, zeigt das, dass Distanzierung eine Maßnahme ist, die sicher nicht ohne psychische Folgen bleibt. Was in Bezug auf die Großeltern sicherlich längst ein Problem ist. :neutral_face: