Verbreitungsmechanismen von SARS-CoV-2

In einem heute erhaltenen Link im Focus etwas reißerischer abgehandelt, hier ein wenig nüchterner betrachtet: SARS-CoV-2-Infektionen sind wohl auch über die Luft nicht auszuschließen

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/111727/SARS-CoV-2-Infektion-ueber-die-Luft-nicht-auszuschliessen

Gemäß Suchergebnissen wurde das m.E. hier noch nicht gepostet.

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Für mich ist dieser Satz im Artikel des Ärzteblatts entscheidend:

Studien, in denen per PCR auf virale RNA getestet worden sei, wiesen zwar nicht ausreichend viele lebensfähige Viren nach, um eine Infektion auszulösen. Aber das Vorhandensein viraler RNA in Lufttropfen und Aerosolen deute zumindest auf die theoretische Möglichkeit einer Virusübertragung auf solchen Wegen hin.

Da der Nachweis in den Studien nicht gelungen ist, ist eine Verwirklichung dieser theoretischen Möglichkeit wenn überhaupt vermutlich nur unter ganz speziellen Umständen möglich. Das wäre dann zwar Pech für die Person, die sich auf diese Weise ansteckt, aber vermutlich so selten, dass es bei der Ausbreitung der Pandemie vermutlich keine relevante Rolle spielt.

Gruß Mathie

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Danke für Deine Einordnung, die ich so teile und mich zum Teilen dieses (anstatt des reißerischen) Artikels veranlasst hat.

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In einem Chor in Seattle haben sich 45 von 60 Mitgliedern infiziert. Niemand hat gehustet und sie haben versucht vorsichtig zu sein. Der Verdacht besteht, dass sich dort das Virus über die Luft verbreitet hat:

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Dazu lohnt es mal in UKW reinzuhören (Im Podcast-Thread verlinkt). Pavel führt in der neuesten Ausgabe einiges dazu aus.

Kurz gesagt stellen Gesang und laute Aussprache wohl eine erhöhte Gefahr dar wegen erhöhtem „Ausstoß“. Ich weiß nicht mehr genau worauf er sich da bezieht, aber er sagt es dazu.

Das ist natürlich nur eine Laieninterpretation allerdings die eines sehr gut informierten. Definitiv einiges interessantes drin.

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…und beim Singen atmet man m.W.n. auch „ruckartig“ ein.

Macht es ggf. Sinn, die Diskussion dieses Artikels/Themas abzugrenzen, oder ist es dazu noch zu früh?

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Hier der Artikel der LA Times, auf den wohl alle weiteren Berichte zurück gehen:

Die Leute saßen wohl einige Zeit mit nicht allzu großem Abstand zueinander und standen auch zeitweilig in Gruppen zusammen.

Die Stühle standen mit etwa 30 cm Abstand und die vorderen und mittleren Reihen waren wohl recht dicht besetzt.

Cushioned metal chairs extended in six rows of 20, with about a foot between chairs and one aisle down the center. There were twice as many seats as people.

Comstock, a soprano, and Owen, a tenor, took their usual seats beside each other in the third row. The rows toward the front and center filled up around them.

[…]

At one point the members broke into two groups, each standing around separate pianos to sing.

Wenn Sänger laut singen, fliegen auch sichtbare Tröpfchen, halte es bei den geschilderten Umständen auch für möglich, dass Tröpfcheninfektionen stattgefunden haben könnten.

Wäre interessant, wenn das untersucht würde, aber wie im Artikel steht, hat das lokale Gesundheitsamt im Moment mit dem akuten Ausbruch zu viel zu tun, um das zu leisten.

Gruß Mathie

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Hab das mal in ein neues Thema abgetrennt.

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Es gibt eine neuere Studie vom MIT, die beschreibt, dass die derzeitigen Abstandsregeln auf den Erkenntnissen der 1930er Jahre basieren. Daher haben sie eine neue Studie erstellt und sind zu dem Schluss gekommen, dass es nicht um 1-2, sondern eher um 8 Meter geht.


https://www.translatetheweb.com/?from=en&to=de&ref=SERP&refd=www.bing.com&dl=de&rr=UC&a=https%3A%2F%2Fjamanetwork.com%2Fjournals%2Fjama%2Ffullarticle%2F2763852

Im Fall der Übertragung durch die Luft ist festzustellen, dass die WHO in einer Rede vom 11.2. und einer Zusammenfassung vom 8.2.20 feststellte, dass das Virus airbourne ist und dies trotzdem in vielen Ländern erstmal ignoriert wurde.


Es wurde uns auch erstmal erzählt, das Virus ginge in Sommerpause, obwohl die WHO auf ihrer Homepage zu dem Zeitpunkt längst davor warnte, dies anzunehmen und darauf hinwies, dass die Ebolaausbrüche im heissen Afrika auftraten.

Eine kleine Hoffnung könnte aber sein, dass das Virus durch UV-Licht zerstört werden soll, wie ich heute gelesen habe.

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In Ö. Abstand bei schnellem Gehen 5m, laufen 10m, Rad fahren 20m.
Abstände beim Sporteln

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@Tesla3forMe Liest sich vernünftig. Sehe aber selbst oft genug beim Gassi gehen, dass das Abstand halten nicht so einfach ist.
Spätestens wenn jemand entgegen kommt, sind die nötigen Abstände auf einem Weg oder der gleichen Straßenseite oft nicht mehr einzuhalten.
Heißt, Abstand halten funktioniert meist nur dann wie erforderlich, wenn sich alle in eine Richtung bewegen.

An der Umsetzung hapert es auch deshalb, weil wir nicht gelernt haben in ständigem Schutz vor unseren Mitmenschen zu leben und unsere Umwelt einfach nicht so konzipiert ist.

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Irgendwann werden wir das intus haben und wenn das dann Monate so weiter geht wird die Rück-Umstellung wieder total ungewohnt sein.
Aktuell trainieren wir uns ja komplett ungewohnte Verhaltensweisen an…
Das Skurille ist ja, dass wir in Ö seit einiger Zeit ein Vermummungsverbot haben (medizinische Gründe wie Corona allerdings zulässig).
Wenn ich vor einigen Wochen so wie gestern, das halbe Gesicht eingewickelt in einen schwarzen Schal, in die Tankstelle gegangen wäre … :mask: :rofl:

Übrigens, die Dame an der Kasse war geschützt durch einen riesigen Plexiglasschirm, bin ja gespannt ob uns diese Umbauten dann auch erhalten bleiben wenn Corona vorbei ist … so in 12 bis 18 Monaten :neutral_face:

Meine Hoffnung ist ja eher, dass wir das Virus vorher aushungern bevor noch eine Impfung kommt, rein intuitiv würde ich das (als völliger, medizinischer Laie) auch für möglich halten.
Leider weiß man anscheinend noch immer viel zu wenig über Covid 19 …

Wie wahr. Manche Dinge sind regelrecht auf den Kopf gestellt.

Auch wenn man die Massnahmen nachvollziehen kann und bislang selbst nicht wirklich darunter leidet, wäre man doch froh, wenn man das alles nicht miterleben müsste und sein vorheriges Leben wieder hätte. Ein Stück weit fühlt sich derzeit vielleicht jeder, wie in einem Science-Fiction, der so bald nicht aufhören will.

Ob die wirklich eine Impfung finden ist sowieso die große Frage. Das Virus mutiert ja laufend und hat schon mindestens 8 Stämme gebildet. Dazu schreibe ich noch was.
Auch wenn sie meinen, dass sie trotzdem eine Impfung herstellen können und die Abweichungen gering wären, muss sich das erstmal beweisen.

Das wir mit dem Thema durch sind, bis Impfungen verfügbar sind, ist nach dem Reinfall mit den Impfungen gegen Schweinegrippe sowieso die große Sorge der Impfstoffhersteller, wie ich schon lesen konnte.

Lauterbach spricht beim Markus Lanz gerade ziemlich bestimmt davon, dass Aerosol-Übertragung stattfindet und die Superspreader Ereignisse hervorgerufen hat.
Gibt’s dazu eine valide Datenlage? Beim RKI steht folgendes:

Folgende Studie spricht davon, dass es wahrscheinlich ist:

Folgende Studie hat Virenkonzentration nachgewiesen:
http://www.xinhuanet.com/english/2020-04/28/c_139015484.htm
https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2020.03.08.982637v1.full

Ich habe aber auch gelesen, dass es z.B. in Flugzeugen wiederrum recht unwahrscheinlich ist, weil die Klimaanlagen dort so konzipiert sind, dass Übertragungsrisiko gering ist.

Sagen wir so, es gibt starke Indizien, aber mir (interessierter Laie) ist noch kein fertiges Paper dazu untergekommen. Es gibt Fälle, bei denen eine Aerosolübertragung sehr wahrscheinlich ist, etwa bei der Domkantorei in Berlin. Oder ein schon früher hier im Thread diskutierter Fall in den USA.

Hier mal der Link zum Fall in Berlin:

Der Fall in Berlin wird vom RKI untersucht und ist den Verantwortlichen für die Coronainformationen beim RKI mutmaßlich bekannt.

Bis dato sehe ich keinen Widerspruch zwischen den mir bekannten mutmaßlichen Aerosolübertragungen in besonderen Situationen wie Chorproben und der Aussage, dass eine Übertragung über Aerosole im alltäglichen, normalen Umgang unwahrscheinlich ist.

Die Situation bei einer Chorprobe, wo in einem Raum stundenlang eine ungewöhnlich hohe Aerosolproduktion bei gleichzeitig eher schlechter Aerosolverdünnung stattfindet und die Teilnehmer der Veranstaltung der daraus resultierenden hohen Konzentration lange ausgesetzt sind und diese tief inhalieren ist eben kein „normaler gesellschaftlicher Umgang“ sondern fällt unter die Art von Veranstaltungen, die derzeit leider aufgrund der Epidemie nicht stattfinden dürfen.

Das wird bei den aktuellen Lockerungen übrigens berücksichtigt. Bei Gottesdiensten und im Schulunterricht (zumindest hier in Berlin, wo ich die Details genauer verfolge) ist singen derzeit ausdrücklich ausgeschlossen.

Gruß Mathie

Peinlich. Aufgrund des bekannten Mangels an Atemschutzmasken hat man fast in allen Ländern (glaube auch bei der WHO) anfangs behauptet, das Atemschutzmasken nichts bringen würden.
Obwohl die WHO, habe es hier unter Beitrag #10 verlinkt, in Genf Anfang Februar sagte, dass das Virus „airbourne“ ist.
Mittlerweile hat die WHO eine große Seite zum Thema, auf der auch viele Studien aufgeführt sind.

Trotzdem muss der Abstand natürlich eingehalten werden. Auch eine Erkenntnis aus China.

Schweizer Wissenschaftler haben eine Studie veröffentlicht, in der nachgewiesen wurde, warum asymptomatische Infizierte wesentlich für Neuinfektionen verantwortlich sind.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Patienten das neuartige Coronavirus nur durch einfaches Atmen übertragen können.
https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.04.27.20081398v1

Eine weitere Studie geht davon aus, dass bis zu 80 Prozent der dokumentierten Neuinfektionen in China durch die nicht dokumentierten asymptomatischen Infizierten erfolgten.
https://science.sciencemag.org/content/368/6490/489

Da kein Mensch merkt, wenn er zu den asymptomatischen Infizierten gehört, bleiben nur die Optionen Maske tragen und Abstand halten, um die Infektionskette zu unterbrechen.

Das habe ich in der Studie nicht gelesen, da ging es doch gar nicht um die Symptomatik, sondern lediglich um die Konzentration des Virus in der Raumluft bei normalem Atmen und bei Husten.

Da ich keine Information dazu habe, bei welcher Viruskonzentration welches Infektionsrisiko besteht, sagt mir diese Studie nichts. Kann natürlich eine interessanten Grundlage sein für andere Wissenschaftler, die sich mit der Infektiosität des Virus auskennen, aber ich kann da halt wenig draus ableiten.

Gruß Mathie

Die Studie heißt „Schätzung der SARS-CoV-2-Emissionen aus nicht symptomatischen Fällen“

Diese sehr hohen ermittelnden Viruskonzentrationen können eine Erklärung dafür liefern, warum für COVID-19 häufige Übertragungen aus nicht symptomatischen Fällen in der Gemeinschaft und auch hohe Infektionsraten bei medizinischem Personal in Krankenhausumgebungen gemeldet wurden.