Studien und Meldungen zu Virusmutationen

Habe gestern darüber gelesen.

Davor hatte ich mir über https://www.thailandmedical.news/news/breaking-covid-19-warning-study-shows-of-spike-mutations-of-sars-cov-2,-making-it-more-transmissible-and-dangerous-the-reality-is-that-there-is-unlike die Originalstudie teilweise angeschaut.
https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2020.04.29.069054v1
Aus der ist leicht zu ersehen, dass das ein gemeinsames Projekt verschiedener Einrichtungen ist, als eine Verbundstudie, und nicht nur der Forschungsgruppe in New Mexiko ist. Es geht bei dieser Studie auch im Impfungen.

Dazu gibt es ein Modellprojekt, auf dem gezeigt wird, wie die eine Mutation eines bestimmten Bereichs des Virus sich bei uns immer weiter durchsetzt.

In der Studie wird detailliert über verschiedene Mutationen gesprochen.
Am beunruhigensten ist die Annahme, dass das Immunsystem nach einer Infektion und Bildung von Antikörpern gegen die eine Mutation anfälliger für eine Infektion durch die andere Mutation werden könnte.

Es sind allerlei Studien zu den Mutationen/Varianten des Virus erstellt worden.
Besonders aufgefallen ist mir, dass es nach europäischer Erkenntnis in Italien zur G-Mutation gekommen ist und in den USA behauptet wird, die G-Mutation wäre das erste Mal in Ostchina aufgetaucht.
Eine amerikanische Studie, auf nytimes erwähnt, hat mich besonders beeindruckt. Da einfach, effektiv und aussagefähig.


Man hat zwei Hamstergruppen in unterschiedlichen Käfigen gebildet. In einem Käfig wurden die Hamster mit dem Ursprungsvirus aus China D614 infiziert. Im anderen Käfig wurden die Hamster mit G614 infiziert.

Am nächsten Tag wurden acht nicht infizierte Hamster neben infizierten Hamstern in Käfige gesetzt. Es gab eine Trennwand zwischen ihnen, so dass sie sich nicht berühren konnten, aber Luft zwischen den Käfigen strömen konnte.

Am zweiten Tag begannen die Forscher, nach einer Replikation des Virus bei den nicht infizierten Tieren zu suchen. Beide Viren wurden zwischen den Tieren per Luftübertragung übertragen, aber der Zeitpunkt war unterschiedlich.

Mit dem mutierten Virus sahen die Forscher eine Übertragung auf sechs von acht Hamstern innerhalb von zwei Tagen und auf alle Hamster am vierten Tag. Mit dem ursprünglichen Virus sahen sie am zweiten Tag keine Übertragung, obwohl alle exponierten Tiere am vierten Tag infiziert waren.
https://uncnews.unc.edu/2020/11/12/common-sars-cov-2-mutation-may-make-coronavirus-more-susceptible-to-a-vaccine/
https://science.sciencemag.org/content/early/2020/11/11/science.abe8499.full

Nun ist die neue europäische Mutation aus der G614 Variante aus Spanien 20A.EU1 so infektiös, dass sie in vielen Ländern die vorherrschende Mutation geworden ist.

Diese Mutationen sind mit Sicherheit einer der Gründe, warum die Pandemie jetzt bei uns eine andere ist, als am Anfang und sich nicht mehr so einfach in den Griff bekommen lässt.

Schon wieder ein Bericht zu einer neuen Mutation. Diesmal in GB.

Da ich bei uns noch nie etwas über Untersuchungsergebnisse zu Mutationen gelesen habe, bezweifle ich fast, das die bei uns untersucht werden. Insgesamt soll es bei uns recht wenige Studien geben.

Gestern am 18.12. hat Johnson einen neuen Lockdown verkündet.
Die kürzlich entdeckte Virus-Variante sei um bis zu 70 Prozent ansteckender als die bisher bekannte Form, sagte Premierminister Boris Johnson am Samstag vor Journalisten in London.

Auch in Afrika wurde eine Mutation des Virus festgestellt, die alle früheren Maßnahmen zunichte machen könnte.

„Wir haben heute ein Briefing organisiert, um bekannt zu geben, dass unsere Genetiker hier in Südafrika eine Variante des SARS-CoV-2-Virus mit dem Namen 501.V2 entdeckt haben“, schrieb er in seinem Twitter .

Der Leiter des Gesundheitsministeriums sagte, dass ein Team von Genetikern seit März Proben des neuen Coronavirus untersucht. Diese Variante des Virus ist in letzter Zeit im Land vorherrschend geworden und weist drei Mutationen auf.

Mkhize stellte fest, dass sich immer mehr junge Patienten ohne Begleiterkrankungen aufgrund einer Coronavirus-Infektion in einem kritischen Zustand befinden. Ihm zufolge gibt es „frühe Anzeichen“ dafür, dass sich die zweite Welle im Land schneller ausbreitet als die erste. Wie der Minister hinzufügte, haben mit der neuen COVID-19-Variante infizierte Personen eine höhere Viruslast als Patienten mit anderen Coronavirus-Stämmen. Dies kann dazu führen, dass sich die Infektion schneller ausbreitet. Ob es weitere Todesfälle durch das Coronavirus gibt, ist noch unklar.

In Sibirien wurde ebenfalls eine neue Virusmutation entdeckt, die mit einer höheren Infektionsrate, höherer Virusbelastung und einem niedrigerem Alter für schwere Fälle verbunden sein soll.
Die Infektionen in Russland sollen zudem alle auf den in Europa mutierten Virenstämmen basieren.

Am Ende wird Corona wie die Grippe sein, jedes Jahr ein neu mutiertes Virus ob das so sein wird steht in der zukunft

Das ist nur eine fromme Hoffnung. Aber Sars-Cov-2 ist kein Grippevirus und mutiert ständig.
Bisher wurde es nicht harmloser und mit den Mutationen nur infektiöser und gefährlicher.

Es ist doch sogar möglich, dass sich die Mutationen durch Impfungen in eine Richtung entwickeln, die das Virus resistent gegen Antikörper machen.
Solche Mutationen sind sogar bereits schon verschiedentlich in geringem Umfang aufgetreten.

Man sollte nicht vergessen, dass bei den ersten Erkrankten in China noch Aidsmedikamente als antivirale Medikamente geholfen haben. Nach kurzer Zeit waren sie wirkungslos.

Infektiöser ist logisch, für gefährlicheren Verlauf gab es bis jetzt nur in Südafrika Anzeichen. Aus epidemiologischer Sicht macht es keinen Sinn für das Virus, wenn es gefährlicher wird. Das beste für das Virus wäre sogar, wenn die asymptomatische Phase länger dauern würde und dabei genau so viele Viren ausgeschieden werden.

Das klingt jetzt aber nach Panikmache. COVID-19 Impfungen gibt es erst seit zwei Wochen, das kann gar nicht diese Mutationen erklären. Ob Aidsmedikamente wirklich geholfen haben, war afaik eine sehr dünne Studienlage. Epedimiolgisch gäbe es aber keine Erklärung, warum sich das Virus auf Aidsmedikamente hätte anpassen sollen, die nur in wenigen Fälle gegeben wurden, während damals schon die normale Verbreitung in der Bevölkerung voll im Gange war.

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Ich schreibe nur, was passiert ist, realistisch möglich ist oder bereits seit Monaten an zum Glück bisher nur vereinzelten Mutationen in anderen Ländern festgestellt wurde.
Ich habe schon darauf verzichtet, zu diesen antikörperresistenten Mutationen etwas zu posten. Immer in der Hoffnung, dass sie sich nicht weiter verbreiten.

Wenn das Virus infektiöser geworden ist, was nachweislich auf alle europäischen Mutationen zutrifft, die G-Variante soll ca. 10x infektiöser als die ursprüngliche D-Variante sein, die Mutation aus Spanien die in UK vorherrscht schon infektiöser war, als die erste D-Variante und die neue britische Mutation um 70% höher als die dort vorherrschende Virusvariante ist, dann ist es meiner Ansicht nach automatisch auch immer gefährlicher geworden.
Selbst wenn das Virus in den verschiedenen Mutationen nicht kranker macht, reicht es auch so schon.
Wenn die Folgen letztlich immer gleich sind, aber der mögliche Schutz vor Infektionen durch die höhere Übertragbarkeit immer weniger möglich ist, infizieren sich zwangsläufig immer mehr Menschen und werden an den Folgen leiden.
Wie bekannt, ist es im Prinzip egal, ob man asymptomatisch, schwer oder leicht erkrankt war, um an schweren Folgen der Infektion leiden zu können. Denn zahlreiche Menschen sind bereits nach einer asymptomatischen Infektion erkrankt.
Es reicht eigentlich auch schon, wenn asymptomatisch Infizierte irgendwann feststellen, dass sie durch die Infektion unfruchtbar wurden. Auch das gehört, wie bei Mumps im Erwachsenenalter, zu den möglichen Folgen einer Covid-Infektion.

PS: Das durch einen weitverbreiteten Einsatz von Impfungen antikörperresistente Mutationen entstehen könnten, die alles noch viel schlimmer machen würden, ist aber nicht meine Idee, sondern bezieht sich auf Studien von Wissenschaftlern. Hatte gestern den nachfolgenden mit zahlreichen Studien unterlegten Artikel bei thailandmedical.news gelesen.

Zufällig habe ich gerade vor ein paar Minuten einen Artikel gelesen, in dem geschrieben steht, dass es die Moderna-Impfung bereits seit Januar gibt:

In fact, as is now being widely reported, it took Moderna just two days to develop their vaccine. They had the vaccine – in January. […]
So what have they been doing for the last 11 months? In short – clinical trials, making sure that the resulting vaccine was in fact safe and effective.

Einige Impfungen gab es natürlich schon vorher, vor allem im Rahmend er Phase-3 Studien. In der geringen Anzahl können die Impfungen aber keinen evolutionären Druck auf das Virus ausüben.

In den letzten Wochen gab es in UK ca. 100.000 Menschen, die Antikörper gebildet haben, nachdem sie geimpft wurden und viele Millionen, die Antikörper aus einer COVID-19 Infektion haben. Falls es Unterschiede zwischen den Antikörpern gibt, dürften die Millionen von Menschen, die COVID-19 durchgemacht haben, einen viel höheren evolutionären Druck ausüben auf das Virus zu anzupassen.
Bis jetzt gibt es aber ja noch nicht einmal Indizien dafür, dass die Mutation überhaupt Auswirkungen auf Antikörper hat. Wenn man jetzt Meldungen hätte, dass zuvor Erkrankte oder Geimpfte an der neuen Mutation erkranken können, dann wäre das in der Tat problematischer.

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Eigentlich wird auf der Seite und in den Links bei thailandmedical.news doch genau beschrieben, was einige Forscher befürchten und wie sich Mutanten entwickeln, die resistent gegen Antikörper sind. Das wird in der nachfolgenden Studie auch genauer erklärt:
https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.11.17.20233726v2.full-text

Es ist auch nicht so, dass dies das einzige Coronavirus ist, das Probleme macht.
Wenn man sich mit dem Vogelgrippevirus beschäftigt, auch ein Coronavirus, das in Geflügelmastanlagen auftritt, wo regelmäßig dagegen geimpft werden muss, wird man feststellen, dass dort völlig neue und gefährliche Varianten auftreten, die mit dem Impfen in Zusammenhang stehen.
Auch bei einer anderen Hühnererkrankung ist man ziemlich ratlos.
Der Artikel Impfstoffe treiben die Entwicklung von Krankheitserregern voran versucht das zu erklären.

Was wie ein gutes Konzept aussieht, ist bis heute nicht immer und bei jeder Infektion ein gutes Konzept gewesen, sondern hat es des öfteren schlimmer gemacht, als es war.

Das es mittlerweile bereits etliche dieser Stämme gibt, die gegen Antikörper resistent sind, habe jetzt nur eine der Seiten ausgesucht, und mindestens einer sogar in den USA unterwegs ist, ist den Wissenschaftlern sicher hinreichend bekannt. Dazu gibt es auch schon genug Studien.


Aber ich gestehe, dass ich nur noch selten dort nachschaue, um mir Frust zu ersparen und dass mir vorher nicht klar war, dass die Antikörper-resistente Mutation V483 in den USA schon häufiger vorkommen könnte.

Aber davon ab- Wenn die neue Mutation aus UK schon seit September unterwegs ist und schon in einigen Europäischen Ländern nachweislich Fälle mit dieser Mutation aufgetreten sein sollen, ist sie sicher auch schon hier. Schönes Weihnachtsgeschenk. :nauseated_face:
Heute sollen die letzten Fluggäste aus UK angekommen sein. Hoffe, sie werden alle in Quarantäne geschickt. :shushing_face:
Ab morgen darf keiner mehr aus UK nach Deutschland fliegen.

Habe gerade einen Bericht zur neuen britischen Mutation gefunden.

Maria Van Kerkhove, technische Leiterin von Covid-19 bei der WHO, trat in der Andrew Marr Show der BBC auf und sagte: „Großbritannien hat dies im September aufgegriffen und festgestellt, dass es seit September im Südosten Englands im Umlauf ist.“

Sie sagte, dass „es Mutationen gibt, die ständig identifiziert werden“ und fügte hinzu: „Was wirklich wichtig ist, ist, dass es einen Prozess gibt, um zu verstehen, was diese Varianten tun und wie sie sich verhalten.“

Frau Van Kerkhove sagte, die Variante sei auch in Dänemark, den Niederlanden und Australien identifiziert worden - in letzterem Fall habe sich ein Fall nicht weiter verbreitet.
https://www.coronaheadsup.com/coronavirus/new-uk-coronavirus-mutation-n501y-identified-in-september-also-seen-in-denmark-and-australia/#:~:text=New%20UK%20%23coronavirus%20%23mutation%20%23N501Y%20‘identified%20in%20September’.,in%20the%20South%20East%20was%20identified%20in%20September.

Auch in Italien hat man sie schon entdeckt.

Wenn es in diesen Zeiten 3 Monate dauert, bis eine Mutation auch nur halbwegs eingeschätzt wird und die Länder zum Schutz erst dann Maßnahmen ergreifen, wenn sie nachweislich schon in mehreren Ländern aufgetaucht ist, dann läuft meiner Ansicht nach in Europa etwas verdammt schief und man hat auch nach all den Monaten mit Pandemie immer noch nicht so richtig kapiert, um was es geht.
Denn es sollte klar sein, dass 1 Infizierter reicht, damit sich die Mutation hier etabliert. Und der muss nicht mal mit dem Flieger von UK nach D kommen. Es reicht völlig aus, wenn er über irgendeine Grenze zum Shopping zu uns kommt. :mask: Lange genug Zeit war ja schon. :grimacing:

Die sind echt schnell. Vor 3 Tagen erst wurde eine vorläufige Charakterisierung der Mutation vom Covid-19 Genomcis UK-Konsortium veröffentlicht.

Jetzt haben sie auch noch das Virus aus Südafrika in UK entdeckt. Meine Güte. :roll_eyes:

Habe eigentlich schon alles zur Mutation B.1.1.7 hier gepostet. Wollte vor den Feiertagen nicht weiter darauf eingehen, denn das ist eine sehr schlechte Nachricht.
Die Sequenzierung ist auf der nächsten Seite des 1. Links meines letzten Beitrags zu finden. https://virological.org/t/preliminary-genomic-characterisation-of-an-emergent-sars-cov-2-lineage-in-the-uk-defined-by-a-novel-set-of-spike-mutations/563
Es ist ziemlich eindeutig eine Fluchtmutation. Das bedeutet, dass sie sich in einem Menschen gebildet hat, der chronisch und lange an Covid erkrankt war, durch die mehrfache Gabe von Antikörpern und Rekonvaleszenzseren behandelt wurde und diese Mutation Resistenzen gegen Antikörper entwickelt hat.
Auf thailandmedicalnews sind solche chronisch und lange Erkrankten und die durch die wiederholte Gabe von verschiedenen Antikörpern entstandenen Mutationen in Asien beschrieben. Dort konnte man diese Mutationen durch deren Strategie eindämmen.

Damit wird es schwierig mit dieser Mutation Infizierte erfolgreich mit Antikörpern zu behandeln. Auch Impfungen könnten nicht greifen oder nur bedingt.
Wenn sie uns hier erzählen, dass die Impfungen auch gegen diese Mutation helfen, wollen sie nur beruhigen.
Von diversen Wissenschaftlern im Ausland wird das ganz anders gesehen.

Wenn man den verschiedenen auch auf thailandmedical.news geposteten Abweichungen der Mutation über die Suchfunktion folgt, bekommt man einen weiteren Eindruck von dieser Mutation. Jedenfalls keinen guten. :nauseated_face:
Wenn ich in der Sequenzierung lese, dass es extrem viele Mutationen bei dieser Fluchtmutante gibt und teils Mutationen gefunden wurden, wie die bei der Mutation in Nerzen, dann bedeutet das alles jedenfalls gar nichts Gutes.

Wenn die Mutation seit September gefunden wurde, war sie wahrscheinlich schon früher unterwegs. Damit sie überhaupt gefunden werden kann, musste in London ein erweiterter Test eingeführt werden, der die Infektion mit dieser Mutation überhaupt erkennen kann.

Haben wir den Test schon entsprechend erweitert? Bei den wenigen Sequenzierungen in D auf über 1,4 Mill. Infektionen ist es unmöglich zu sagen, ob die Mutation bereits bei uns angekommen ist und welche bei uns zirkulieren. https://www.g-f-v.org/stellungnahmen_detail
Das würde nicht nur eine fortlaufende Überwachung und Sequenzierung erfordern, sondern auch Glück. Glück, dass man Infizierte mit ausgerechnet dieser oder einer anderen gefährlichen Mutation erwischt.

Wir wissen wieder gar nichts genaues.
Theoretisch könnten die Krankenhäuser schon voll sein mit an dieser oder einer ähnlichen Mutation Erkrankten.

Was passieren wird, wenn ein an Covid Erkrankter während einer Infektion geimpft wird, ohne dass sich ausreichende Antikörper bilden, kann man schon jetzt erahnen. :mask: Es werden sich weitere Mutationen bilden, die resistent gegen Antikörper sind.
Das kann man dann durch Anpassung der Impfstoffe so lange weitertreiben, bis das Virus noch viel aggressiver und tödlicher geworden ist.

Denn das ist das, was bisher passiert ist und weiterhin passieren wird. Es wird immer gefährlicher werden.

Meiner Ansicht nach wird es nichts nutzen zu impfen. Das Virus ist cleverer und passt sich an.
Leider waren und sind wir in Europa total unfähig das Virus unter Kontrolle zu halten und wollten das auch nicht wirklich. Die Regierungen haben von Anfang an auf Impfungen gesetzt, anstatt von Anfang an einen anderen Weg zu gehen.

Wir stehen immer noch am Anfang einer Katastrophe.

Langwierige Behandlungen von immungeschwächten Patienten haben offenbar ein zu hohes Risiko von Mutationen. Klingt hart, aber wenn kein passender Schutz auf dem Niveau von Bioforschungslaboren besteht, kann man solchen Patienten wohl nicht helfen.

Ein mögliches Szenario.

Noch spricht aber vieles dafür, dass sowohl die Antikörper nach einer Infektion als auch nach Impfung ausreichen um auch das mutierte Virus B.1.1.7 zu bekämpfen. Es wird aber knapper. Mit weiteren Mutationen sinkt der Antikörperschutz ggf. weiter.

Ist halt gerade Blindflug: Wenn es nur 20 Fälle mit der neuen Varianten pro Tag sind, kann man es evtl noch einfangen, zumindest dauert es auch bei geringerem exponentiellem Wachstum noch länger bis es ein Problem wird. Bei 200 Fällen von unseren 20.000 Gesamtfälle pro Tag sieht es schon übler aus.

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Das Virus hat nicht die geringste Intelligenz.
Mutationen passieren einfach und wenn eine (oder mehrere) davon überleben und andere Wirte infizieren, dann breitet sich diese Variante aus.

Alles ganz natürliche Vorgänge, die nichts mit Intelligenz zu tun haben. „survival of the fittest“ im Sinne von Darwin.

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Ja klar. :face_with_hand_over_mouth:
Obwohl es über keinerlei Intelligenz verfügen kann, da per Definition kein Lebewesen sondern nur eine infektiöse organische Struktur, scheint es bislang irgendwie cleverer zu sein als wir, da es sich schnell an jede neue Situation anpasst und superschnell Fluchtmutanten entwickelt.

Vom biologischen Standpunkt aus beeindruckend, da es von Anfang an viel schneller als andere Viren Mutationen entwickelt hat, die Behandlungsstrategien entweichen können.
Das könnte diese infektiöse organische Struktur doch kaum besser machen, wenn sie es mit Intelligenz planen würde. :mask:

Die aktuellen Mutationen sind imho eher keine Fluchtmutationen, sondern Verbesserungen der Ansteckungsfähigkeit.

Eine mögliche Erklärung, warum es mehr Mutationen gibt als anfangs angenommen ist die höhere Verbreitung. Nach meinem Verständnis dürfte mit doppelter Verbreitung eines Virus auch die Mutationsrate sich verdoppeln.
Wenn dazu noch Behandlungsmethoden kommen, die Mutationen begünstigen, beschleunigt das noch weiter.

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Es sollen zum Zeitpunkt der Warnung von BJ schon ca. 60% aller Neuinfektionen in London gewesen sein, die durch die Mutation verursacht wurden. Soweit das nachvollziehbar ist, ist die Mutation bereits in mehreren Bereichen der Insel vorherrschend. BJ hat überall, wo die Mutation sich ausgebreitet hat, den strengstmöglichen Lockdown erlassen. Aber auch in Schottland wird die neue Mutation für die Zunahme der Covid-19 Erkrankungen verantwortlich gemacht.

Dass ich das Wort Fluchtmutation nutze, liegt schlicht daran, dass ich wissenschaftlichen Bewertung folge.
Es gibt jede Menge Studien, die diese und sogar die 614G als Fluchtmutation beschreiben. Denn sie mutieren und entweichen dadurch je nach Mutation verschiedenen Behandlungsstrategien.

Diese Mutationen und sogar die Folgen einzelner Schlüsselmutationen des Virus sind auf Grundlage von diversen Studien teils schon längst detailliert bei thailandmedicalnews veröffentlicht.
Hatte die Beiträge zu diesem Thema bis vor kurzem nur zur Kenntnis genommen, mich aber nicht weiter damit beschäftigen wollen. War ja weit weg. :mask: Jetzt nicht mehr.
Die Studie, die aufzeigt, dass schon 614G eine Fluchtmutation ist, hab ich erst vor kurzem an anderer Stelle gelesen. Sind aber bestimmt auch genaue Beschreibungen anhand von Studien dazu bei thailandmedicalnews zu finden.

Das Neueste ist übrigens, dass bei uns bereits im Morgenmagazin berichtet wurde, Pfitzer hätte in einer Studie festgestellt, dass der Biontech-Impfstoff gegen 16 Mutationen wirksam wäre. Abgesehen davon, dass dies perfekt zeigt, wie bei uns im Vergleich zu anderen Ländern darüber berichtet wird, sind die Werte natürlich sofort nach oben geschossen. :rofl: :mask:

Können sie zaubern oder was haben sie wirklich gemacht?
Sie haben sich eine der Einzel- oder Schlüsselmutationen herausgesucht, die man bei allen 16 Mutationen finden kann und haben die dem Blut Geimpfter ausgesetzt.
Deshalb steht bei cnbc auch als Nachricht

Der Pfizer-Impfstoff scheint eine Schlüsselmutation von Covid-Varianten in Großbritannien und Südafrika zu neutralisieren

“Es ist wichtig zu beachten, dass die Studie diese Varianten nicht direkt untersucht, sondern sich nur auf eine einzige Mutation in diesen Varianten konzentriert (die 501Y-Mutation)”, sagte Dr. Deepti Gurdasani, klinischer Epidemiologe an der Queen Mary University in London, gegenüber CNBC per E-Mail am Freitag.

„Obwohl es beruhigend ist, dass eine Mutation innerhalb dieser Varianten zumindest im Labor nicht mit dem Entweichen aus Impfstoffen verbunden ist, benötigen wir dringend Daten zu diesen Mutationen und vorzugsweise zum Variantenvirus mit einer Kombination von Mutationen, da diese möglicherweise in Kombination anders wirken. “
https://www.cnbc.com/2021/01/08/pfizer-biontech-vaccine-appears-effective-against-mutation-in-new-strains.html

Die Studie ist nur vorläufig und wurde bisher nicht von Experten geprüft.

Bin nur Techniker. Aber wenn man den Beschreibungen der Sequenzierung auf virology folgt, erhöht N501Y vor allem die Bindung an die ACE-Schnittstelle und steht weniger mit einer Umgehung der Immunantwort in Verbindung.

B.1.1.7 weist eine ungewöhnlich große Anzahl genetischer Veränderungen auf, insbesondere im Spike-Protein.
Drei dieser Mutationen haben potenzielle biologische Wirkungen, die zuvor in unterschiedlichem Ausmaß beschrieben wurden:

-Die Mutation N501Y ist einer von sechs Schlüsselkontaktresten innerhalb der Rezeptorbindungsdomäne (RBD) und wurde als zunehmende Bindungsaffinität zu menschlichem und murinem ACE2 identifiziert.
-Die Spike-Deletion 69-70del wurde im Zusammenhang mit der Umgehung der menschlichen Immunantwort beschrieben, trat jedoch auch mehrmals in Verbindung mit anderen RBD-Veränderungen auf.
-Die Mutation P681H grenzt unmittelbar an die Furinspaltungsstelle, eine bekannte Stelle von biologischer Bedeutung.

Offenbar gibt es darauf, ob N501Y Folgen für die Immunantwort hat, sowieso bislang keine Erkenntnisse. Auch bei thailandmedicalnews, die zu den Mutationen viel geschrieben haben, findet man diesbezüglich nichts.
Dafür eine neue Erkenntnis. Aus der neuen britischen Mutation sind wohl bis Dezember bereits 23 weitere Mutationen entstanden.

Eine neue Studie legt nahe, dass eine neue Mutation die Spike-Proteine soweit verändert hat, dass Antikörper nicht mehr wirksam zu sein scheinen.
https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2021.01.18.427166v1

Abstract
SARS-CoV-2 501Y.V2, a novel lineage of the coronavirus causing COVID-19, contains multiple mutations within two immunodominant domains of the spike protein. Here we show that this lineage exhibits complete escape from three classes of therapeutically relevant monoclonal antibodies. Furthermore 501Y.V2 shows substantial or complete escape from neutralizing antibodies in COVID-19 convalescent plasma. These data highlight the prospect of reinfection with antigenically distinct variants and may foreshadow reduced efficacy of current spike-based vaccines.

Ist das eine „Fluchtmutation“, wenn die Studie bereits im Abstract von „escape“ spricht?

Klingt wenig ermutigend, so dass wir uns vielleicht noch nicht freuen können, die Pandemie demnächst mittels Impfstoff in den Griff zu bekommen.

Ja, für die südafrikanische und die brasilianische Mutation denke ich auch, dass es mindestens zum Teil eine Fluchtmutationen gegen bestehende Antikörper sein könnte. Gerade in Brasilien in Manaus, die ja schon höhere Durchseuchung hatten, bringt sowas für das Virus Vorteile.

Mein Eindruck ist:
Die britische Mutation ist „nur“ ansteckender.
Die anderen beiden sind ansteckender und zusätzlich können sie Personen, die schon mal COVID-19 hatten, manchmal neu infizieren.

Bei den Impfstoffen befürchte ich folgendes Problem: Die sehr wirkungsvollen mRNA-Impfstoffe verlieren wohl nur etwas an Wirkung und helfen auch nach dieser und weiteren Mutationen noch gut. Die schwächeren Impfstoffe und natürliche Durchseuchung verlieren an Wirkung und reichen alleine dann nicht mehr aus, das Virus einzudämmen. In den Ländern, die sich teuren mRNA-Impfstoff nicht leisten können, wird das Virus weiter mutieren und sich dann irgendwann so verändern, dass auch mRNA-Impfstoffe angepasst werden müssen.

Das Virus weiter laufen lassen würde also noch viele Jahre ziemlich viele Erkrankungen & Aufwände bedeuten. Weltweit eindämmen erfordert sehr gute weltweite Zusammenarbeit, vielleicht besser als es jemals funktioniert hat.

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