Noch eine Korrelation? Politikergeschlecht

Interessantes Argument in einer Diskussion mit der aktuellen Präsidentin des IMF: (Zitat sinngemäß übersetzt)

Wenn die Menschen denken, welche Nationen am besten mit der Pandemie umgegangen sind, beziehen sie sich auf Länder wie Deutschland, Neuseeland, Südkorea, Taiwan, Dänemark und Norwegen.

Denkt man an Länder, die am schlechtesten abgeschnitten haben, denkt man an Länder wie Spanien, Italien, Großbritannien, Belgien, Schweden, Iran, Brasilien, Russland, USA.

Die letzteren werden alle von Männern geführt, alle bis auf eines der ersten von Frauen. Ist das ein Zufall?

ungefähr bei 19:45:

Irgendwie interessant, dass sich Frauen offenbar nicht nur auf eine eigene Meinung versteifen und sich stattdessen auch Rat von Experten holen.

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Das ist eine interessante Frage!

Allerdings scheint Georgieva nicht besonders gut recherchiert zu haben. Gerade bei Belgien wäre das einfach, herauszufinden, wer dort die Regierung führt, für Leute, die keine der drei Landessprachen verstehen, gibt es die Website premier.be sogar auf Englisch. :wink:

Ich bin kein Freund davon, dass Geschlecht als Argument für die Führungsqualität von Menschen zu verwenden. Meistens geschieht das gegen Frauen, wird aber in meinen Augen nicht besser, wenn man die Argumentation umdreht.

Wäre mal interessant, eine fundierte Statistik zu machen, ob es ein Korrelation zwischen Geschlecht der Regierungsführung und der Qualität der Antwort auf Corona zu machen, allerdings müsste man dazu, neben einer korrekten Recherche zum Geschlecht der Regierungsführung auch ein paar Kriterien festlegen, woran man die Qualität der Coronapolitik festmacht.

Hab vor kurzem mal einen Artikel in der NYT gelesen, in dem es darum ging, warum von Frauen geführte Länder oft besser auf Covid reagieren.

Meine ganz kurze Zusammenfassung: Ein überlegter Ansatz bei dem man diverse Aspekte und Meinungen anhört und von Erfahrungen anderer lernt, hilft beim Umgang mit einer Krise mit vielen Unbekannten.

Wenn Frauen als Regierungschefinnen gewählt werden, dann eher dafür, dass sie abwägend entscheiden. Wenn die Stimmung eher nach starker Führung ruft, dann wählt man halt einen Johnson oder Trump, die nicht auf andere hören, sondern sich selbst für stark und schlau halten und damit auf so eine komplexe Situation mit vielen unbekannten Faktoren beratungsresistent das Alphamännchen raushängen.

Also um deine Frage aus der Überschrift zu beantworten, Korrelation scheint gegeben zu sein, aber es scheint mir eher so zu sein, dass in einer politischen Kultur, die gut auf Krisen wie die Corona-Pandemie reagiert, das Geschlecht der Führungspersonen kein relevantes Entscheidungskriterium ist.

Gruß Mathie

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Zumindest kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass es in UK unter der eisernen Lady so gelaufen wäre, wie jetzt unter Johnson.

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