Handytracking zur Bekämpfung von SARS-CoV-2

Interessanter Artikel zum Thema des viel diskutierten Handy Tracking als eine Möglichkeit bei einer Lockerung der Ausgangsbeschränkungen effektiv Kontaktnachverfolgung betreiben zu können.

https://linus-neumann.de/2020/03/corona-apps-sinn-und-unsinn-von-tracking/

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Hier noch eine Betrachtung eines Richters, wie eine Tracking-App grundrechtskonform ausgestaltet werden könnte:

Gruß Mathie

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Hier noch ein Artikel von Peter Schaar zum Thema:

Das ganze aus Sicht eines professionellen Datenschützers ist auch interessant, aber ich denke Konzepte wie beim WirVsVirus Hackathon erarbeitet sollten dem Datenschutz fast besser Rechnung tragen, als das was Schaar als Mindestanforderung anführt.

Gruß Mathie

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In Österreich findet ja gerade eine Diskussion um die „Stopp Corona“-App (Rotes Kreuz) statt, anscheinend werden über das Wochenende Software-Änderungen durchgeführt.

Österreich/Rotes Kreuz - „Stopp Corona“ App

Gestern konnte es sich der NR-Präsident noch verpflichtend vorstellen, aktuell wird die Freiwilligkeit betont.
Stopp Corona App - freiwillig

BK Kurz, für alle die kein Smartphone haben - tracking über Schlüsselanhänger?
BK - Tracking über Schlüsselanhänger?

Morgen soll es eh wieder eine PK der Regierung geben, da werden wir wohl erfahren wie es weitergeht…

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Aktueller Stand der Dinge: Handy Tracking mit Stopp Corona App (Rotes Kreuz) nur freiwillig …

Zitat Sigrid Maurer: „Es wird keine Verpflichtung geben“

Sobald wir Covid-19 erfolgreich bekämpft haben, werden wir die Maßnahmen zurücknehmen und selbstverständlich auch sehr genau hinsehen, ob sie auch außerhalb Österreichs zurückgenommen werden. Und nicht versucht wird, die Krankheit zu benutzen, um Freiheitsrechte einzuschränken. Das gilt für Ungarn genauso wie für alle anderen Länder", sagte der ÖVP-Chef (Anm: BK Kurz)
…sehr genau hinsehen ob Maßnahmen zurückgenommen werden.

PS: BK Kurz hat auf der PK bestätigt, dass die Nutzung der Stopp-Corona App freiwillig ist und bleibt.

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Artikel auf heise.de zum aktuellen Stand der Entwicklung einer europäischen Referenzimplementierung der Corona-Tracking-App:

Gruß Mathie

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A1 stellt der österreichischen Regierung die Bewegungsdaten von Handynutzern anonymisiert zur Verfügung. Damit soll untersucht werden, inwieweit die Ausgangsbeschränkungen, die aufgrund der Coronavirus-Pandemie verhängt wurden, wirksam sind. Das wurde Mitte März bekannt. Nun hat der Mobilfunker entsprechende Daten auch öffentlich gemacht.

Österreich bleibt daheim.

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Die Corona-App des Roten Kreuzes ist für die Organisation ARGE Daten „nicht praxistauglich“. Die Matching-Wahrscheinlichkeit - also die Tatsache, dass ein aufgezeichneter Match auch ein tatsächlicher Kontakt innerhalb von zwei Metern ist - liege bei weniger als 1 Promille,

„Von Exit-Strategie keine Spur, eine ungeeignete Smartphone-App wird als Lösung aller Probleme verkauft“, lautet das Attest der ARGE Daten, die daher empfiehlt: „Finger weg von der App, vernünftige Distanz halten, regelmäßig Hände waschen!“

Stopp Corona - Kritik

Ich hab´s noch nicht getestet, habe nur bis zur Einwilligungserklärung gelesen und dann abgebrochen. Ich bevorzuge social distancing, Mundschutz und Hände waschen, daran halte ich mich auch strikt.

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Die App könne weder feststellen, ob jemanden die Hand gegeben wurde, noch ob eine kontaminierte Fläche berührt wurde, so die ARGE Daten.

Irgendwie habe ich den Eindruck, dass die Datenschützer den Zweck der App nicht verstanden haben …

Auch die Aussage mit den weniger als 1 Promille verstehe ich nicht.

Ich kenne die App nicht und weiss nicht, wie ARGE Daten so drauf ist, aber nach der Agenturmeldung überzeugt mich die Stellungnahme nicht wirklich!

Gruß Mathie

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Die 1 Promille-Rechnung habe ich auch nicht verstanden. Ich habe die Kritik nur verlinkt weil es eben auch ein Standpunkt ist.
Optimal wäre ja eh eine App die den ganzen EU-Raum abdeckt oder weltweit funktioniert.
Da könnte ja der Ansatz von Apple und google ganz gut sein, vor allem wenn das dann von den Datenschützern abgesegnet wird…

Wenn Du die App ausprobieren möchtest (sofern in DE verfügbar?)…
Stopp Corona app - Rotes Kreuz

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Hier eine kurze aber wie ich finde aufschlussreiche Analyse dazu, welche Probleme (unter anderem) bedacht und gelöst werden müssen, damit so eine App den gewünschten Effekt haben kann:

Contact Tracing in the Real World (Ross Anderson)

Daraus beispielhaft ein Aspekt, der für mich nicht unmittelbar auf der Hand lag:

When I discussed this with a family member, the immediate reaction was that she’d refuse to run an anonymous app that might suddenly say “someone you’ve been near in the past four days has reported symptoms, so you must now self-isolate for 14 days.” A call from a public health officer is one thing, but not knowing who it was would just creep her out. It’s important to get the reactions of real people, not just geeks and wonks!

[…] If the app’s voluntary, nobody has an incentive to use it, except tinkerers and people who religiously comply with whatever the government asks. If uptake remains at 10-15%, as in Singapore, it won’t be much use and we’ll need to hire more contact tracers instead. Apps that involve compulsion, such as those for quarantine geofencing, will face a more adversarial threat model; and the same will be true in spades for any electronic immunity certificate. There the incentive to cheat will be extreme, and we might be better off with paper serology test certificates, like the yellow fever vaccination certificates you needed for the tropics, back in the good old days when you could actually go there.

Wie ist eure Meinung zu dieser Idee?
Angeblich soll die Privatsphäre gewahrt bleiben und auch der Source-Code offen gelegt werden

Um Corona-Infektionen besser nachverfolgen und Betroffene warnen zu können, werden die beiden Konzerne gemeinsame Schnittstellen veröffentlichen. Diese funktionieren plattformübergreifend auf Android-Smartphones und iPhones und ermöglichen, dass Kontakte zwischen Nutzern automatisch getrackt werden können.

Neben diesen Programmierschnittstellen wollen beide Konzerne aber auch eine gemeinsame Lösung entwickeln und direkt in ihren Betriebssystemen implementieren, mit denen die automatische Speicherung von Kontakten abgewickelt wird. Diese soll Bluetooth-basiert sein und ebenfalls zwischen Android- und iOS-Nutzern funktionieren.

Neben der generellen Freiwilligkeit des Systems haben Google und Apple versichert, dass die Privatsphäre gewahrt bleiben soll.

Personen tracking - apple und google planen gemeinsame Lösung

phase 1: Apple and Google are launching the program in two phases, starting with an application programming interface (API) in mid-May.

phase 2: Following the API, Google and Apple want to add contact tracing as a core iOS and Android feature.

tracing app by apple & Google

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Eine interessante Betrachtung zur geplanten App für UK (die im Grunde den gleichen Ideen und Überlegungen folgt, die zurzeit in Deutschland diskutiert werden). Es ist vermutlich etwas komplexer, als es auf den ersten Blick aussieht:

The performance art people will tie a phone to a dog and let it run around the park; the Russians will use the app to run service-denial attacks and spread panic; and little Johnny will self-report symptoms to get the whole school sent home.‪

Contact Tracing in the Real World (Ross Anderson)

Ein paar Hintergrund-Infos zur aktuellen Diskussion in Deutschland gab es im Podcast mit Prof. Christian Drosten und Prof. Dirk Brockmann:

Aber natürlich, meine große Hoffnung richtet sich
auch dann auf die Einführung einer wirklichen Contact-Tracing-App. Und in dem Zusammenhang finde ich auch, dass diese Datenspende und dieses Nutzen von Fitness-Trackern vielleicht eine Gruppe von Vorreitern generiert in der Bevölkerung, die schon mal ein bisschen weiter eingedacht sind in die ganze Thematik, und die vielleicht jeweils in ihrem Bekanntenkreis oder in ihrer Verwandtschaft Multiplikatoreffekte haben und sagen: Macht doch auch mit, wenn es dann demnächst hoffentlich soweit ist, dass auch eine Contact-Tracing-App verfügbar wird.

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Vorab, ich weiss nicht, wie es bei der App aus UK funktionieren soll, und ob sie bei wissenschaftlichen Projekten noch an europäischen Entwicklungen teilnehmen.

Aber klein Johnny wird bei auf PEP-PT basierenden Implementierungen vermutlich wenig Erfolg haben:

t3n: Wie kann ich mich dann genau mit der App als infiziert melden?

Wenn Sie sich als infiziert melden wollen, muss das erst eine zweite Stelle bestätigen. Wie genau das funktioniert kommt auf das Land an – aber es könnte oft ein Arzt sein, oder eine Behörde. Dann würde die App dich fragen, ob du deine anonymisierte Kontaktliste übertragen willst. Die Behörde weiß dann zwar nicht, wer du bist, aber welcher Fall du bist.

Performance Künstler müssten ihre Hunde zumindest vorher ordentlich dressieren, dass diese kritische Kontakte simulieren, dazu ist eine gewesen Nähe für eine gewisse Zeit nötig, kam in einem NDR-Podcast vor, glaube sogar der, den Du verlinkt hast. Einfach rumrennen wird nicht funktionieren :wink:

Gruß Mathie

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Puh, Apple und Google.
Da macht man aber eine ganze Ziegenherde zu Gärtnern.
Abgesehen davon, dass die sowieso schon einen Großteil unserer Bewegungsdaten haben, ist mir trotzdem nicht wohl dabei.
Die Unternehmen operieren ja nicht altruistisch, die wollen natürlich was davon, nämlich die nicht-anonymisierte absolute Datenmacht.

Damit werden dann final George Orwells feuchte Träume unter dem Deckmäntlelchen der staatlichen Beglaubigung wahr.

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Deshalb setze ich meine Hoffnung auf Pepp-PT.

https://www.pepp-pt.org

Gruß Mathie

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Fokus auf Privatsphäre

Zitat lt. dem 1. link im Eröffnungs-Thread.

Neben der generellen Freiwilligkeit des Systems haben Google und Apple versichert, dass die Privatsphäre gewahrt bleiben soll. Das Konzept sieht vor, dass Smartphones unabhängig vom verwendeten Betriebssystem temporäre Identifikationsnummern austauschen können, so dass die Privatsphäre der Anwender gewahrt bleibt. Damit ähnelt das Konzept der beiden Konzerne dem Ansatz der paneuropäischen Initiative PEPP-PT, die von 130 Wissenschaftern und Entwicklern aus acht europäischen Ländern vorgestellt wurde.

Na, schauen mer mal… :thinking: :rofl:

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Ich weiß nicht ob die übliche Apple/Google-Sorge da so angebracht ist.

Vor allem finde ich es problematisch hier Apple und Google in der Beurteilung in einen Topf zu werfen. Apple geht meiner Ansicht nach seit Jahren einen kontinuierlich guten Weg was den Schutz der persönlichen Daten angeht. Da wird mittlerweile sehr viel bereits geräteseitig anonymisiert und dem Benutzer viel Kontrolle an die Hand gegeben den Zugriff auf seine Daten zuverlässig steuern – auch was die Übermittlung an Apple angeht.

So ist es z.B. unter iOS recht einfach möglich die Datenspenden-App des RKI einzusetzen ohne Angst um das heimliche Abgreifen von Daten haben zu müssen, die man nicht bewusst freigibt. Das ist meines Wissens unter Android wenn überhaupt nur möglich wenn man nicht aus Lust auf irgendwelche Launcher die Root-Zugriff benötigen, die Sicherheitssysteme des Betriebssystems schon weitestgehend ausgehebelt hat. Wie sicher der Zugriff auf einem Plain Google-Android regelbar ist weiß ich aber auch nicht.

Da die Ansätze von Google und Apple sich hier offenbar nicht so sehr von denen von Pepp-PT unterscheiden verfolge ich das durchaus mit zuversicht. Zumindest gäbe es zusammen mit Apple und Google auch schnelle und unkomoplizierte Wege ggf. nötige Änderungen an Betriebssystemen (z.B. um besseren/flexibleren Zugriff auf Bluetooth-Daten zu ermöglichen als bisher über APIs nötig) zu erreichen. Auch hierzu ist evtl. die aktuelle Folge von UKW interessant, in der sich Tim und Pavel dazu äußern.

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Ja, natürlich versichern die das. Ich stelle trotzdem die Frage Cui bono?

Natürlich, Apple ist ja im Gegensatz zu Google primär Hardwarehersteller.

Valider Punkt.
Wenn die Änderungen am OS nur entsprechend validierten und zertifizierten Apps zur Verfügung stehen, die Bewegungsprofile auch wirklich dauerhaft anonymisiert sind, dann können wir drüber reden.

Bei den technischen Lösungen gibt es aber das gleiche Problem wie bei den Infektionsketten:
Nur ab einer gewissen Durchseuchungsquote der Smartphones von Personen, die Kontakt zu anderen Personen haben, können diese Lösungen einen Nutzen haben.

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Ich habe nur zitiert :rofl: :crazy_face:

Wenn so ein feature tatsächlich anonymisiert direkt im OS verfügbar wäre, dann hätten die Smartphones vielleicht wirklich mal einen (lebensrettenden) Nutzen.
Denke aber auch, dass Apple und google das nicht aus altruistischen Gründen umsetzen würden …

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