Diskussion über aktuelle Zahl und Strategie der Corona-Tests

Nur noch 317.000 Tests ist aber nicht so gut, wenn fast 1 Million möglich ist. Die Testkapazität sollte besser genutzt werden um noch mehr Fälle früh zu erkennen.

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Nach dem Einzug der Virusobergrenze ist es vermutlich nicht besonders smart jetzt großflächig präventiv zu testen.

Wieso das?

Gruß Mathie

Dann kommt vermutlich sofort wieder der Lockdown :wink:

D.h. es ist nicht im kurzfristigen/unüberlegten Interesse der Kreise, viel zu testen, weil sie dann ggf. das Lockdown wieder in Kraft setzte müssten bzw. schlechte Presse haben würden, richtig?

Das wäre schlimm wenn es darauf hinauslaufen würde, aber ich sehe die Gefahr auch so ein bisschen…

Ich sehe es andersherum, wenn man will, dass die Zahlen (auch mit extra laxem testen) nicht irgendwann über die Grenze gehen, muss man rechtzeitig testen.

Durch das exponentielle Wachstum kann man ein Ausbruchsgeschehen nicht längere Zeit unter der Decke halten, irgendwann hat man sonst zu viele ernsthaft Kranke und dann zu erklären, dass man den Ausbruch übersehen hat, wird vermutlich keiner verantwortlichen Person Spaß machen.

Ich sehe deshalb in den kommunizierten Grenzen keinen Fehlanreiz, besonders wenig zu testen.

Gruß Mathie

Könnte schon passieren…
Vorallem wäre natürlich auch die Argumentation schwierig wenn man jetzt die Teststrategie ändern würde (was ich im Bekanntenkreis aber bereits jetzt erlebt habe) und damit mehr Fälle aufdecken würde die wiederum zum Lock-Down führen.
Wie groß die Dunkelziffer ist weiß ja keiner so genau, wir wissen nur dass es sie gibt :crazy_face:

So wie ich es verstanden habe, wird nicht „wild“, sondern mit konkretem Anlass getestet. Stimmen Eure Auswertungen, ist es völlig normal, dass weniger getestet wird. :wink:

Sind denn die Kriterien offiziell noch so wie angehängt?BMG_BZgA_Coronavirustest_Plakat_barr.pdf (152,0 KB)

Stimme dir inhaltlich zu, aber bin mir unsicher, ob alle Verantwortlichen auch so logisch denken. Hoffen wir es.

Drosten hat im Zusammenhang mit Kindergarten und Schulöffnungen vorgestern was im NDR-Podcast gesagt, was vielleicht bei zukünftigen Teststrategien berücksichtigt werden könnte:

Und dann haben wir das Thema Testeinsatz. Wir haben
in Deutschland eine gute Testkapazität. Wir haben eher das Problem, den Test dahin zu bringen, wo er wirklich gebraucht wird. Wir haben über das Thema Corona-Taxis schon gesprochen, dass alte Personen den Abstrich nach Hause gebracht kriegen müssen, damit die keinen Aufwand haben und wirklich zur Testung kommen. Genau so etwas können wir hier auch anwenden. Warum führen wir nicht ein, dass beispielsweise Familien, deren Kinder in der Kita-Notbetreuung sind, alle zwei Wochen ein Recht zu haben, einen PCR-Test zu kriegen, damit man mal wieder auch die Großeltern besuchen kann? Solche Überlegungen.

Beine Hoffnung ist, dass solche Überlegungen aufgegriffen werden und die Teststrategien angepasst werden, um die Corona-Maßnahmen sehr gezielt einzusetzen und Schritt für Schreitt das Leben weiter zu normalisieren.

Gruß Mathie

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Wenn ich diese Woche (KW19) hochrechne kommen wir voraussichtlich auf etwa 35.000 bis 40.000 Tests, also etwa 1/10 der Tests von Deutschland (also ähnliches Testverhältnis bezogen auf die Einwohner)
In KW 18 dürften es noch etwa 48.000 Tests gewesen sein.

Der Vizepräsident des Robert-Koch-Institus Prof. Dr. Lars Schaade hat heute in der PK auf die Frage einer Journalistin vom Handelsblatt zu den aktuellen Testzahlen und Kapazitäten Stellung genommen.

Youtube-Link inklusive Sprungmarke zur entsprechenden Frage und anschließenden Antwort:

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Die App und die Testkapazitäten werden sich gut ergänzen. Die App macht nur Sinn, wenn man jeden, der einen potentiellen Kontakt hatte, auch sofort testen kann. Und Leute testen, die gar keinen potentiellen Kontakt hatten, macht wirklich wenig Sinn.

M.E. wird auch deswegen zurzeit so wenig getestet, weil nur wenige Menschen „harte“ Kriterien für einen Test erfüllen. Im Moment klafft eine große Lücke: Wenn man auf die „harten“ Kriterien (Symptome oder validierter Kontakt) verzichten würde, hätte man gar keine Priorisierung mehr, und das ist einfach auch nicht sinnvoll. Hier kommt die App ins Spiel, die ein viel weiter gefasstes Kriterium liefert, das trotzdem epidemiologisch sinnvoll ist.

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Ich denke man sollte verschiedene Prioritätsstufen haben.

Erstmal natürlich alle mit Symptomen oder Kontakt zu COVID-19-Infizierten sofort testen.

Die dann noch verbleibende Testkapazität sollte aber genutzt werden um in bestimmten Berufsgruppen oder auch in bestimmten Regionen weitgehend zu testen. Wir hätten vermutlich genug Kapazität über um einmal alle Bürger im Landkreis Greiz durchtesten zu können.

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