Altersdiskriminierung

Von Beginn an war anhand der Angaben der WHO klar, dass es vor allem alte Menschen treffen wird, auch wenn das bei einigen Ethnien in einigen Ländern gerade etwas anders ist.

Obwohl sich die meisten Länder frühzeitig genug durch China über die erforderlichen Maßnahmen informieren konnten, haben sie nicht danach gehandelt.
In vielen Ländern wurden sehr viele Versäumnisse und Fauxpas begangen und in manchen Ländern fast nichts gemacht um alte Menschen zu schützen, so dass man sich wirklich fragen muss, ob das nicht Absicht war.

Mein erster Gedanke war nämlich, dass Covid-19 die Lösung werden könnte, um die Rentenprobleme in den Ländern abzumildern. Und genau das ist es auch geworden.
Das wird zwar keiner offiziell zugeben. Aber anders kann ich mir nicht erklären, wie viele Länder zu Beginn der Pandemie wissentlich nicht gehandelt haben oder sogar Infizierte in Altenheimen untergebracht haben.
Letzteres zeigt, dass es in in den entsprechenden Ländern pure Absicht war, Covid-19 gezielt in die Altenheime zu bringen.
Es ist jedenfalls ausserhalb meiner persönlichen Vorstellung, zu glauben, dass die Verantwortlichen aus reiner Dummheit so falsch und idiotisch gehandelt haben könnten.

Gibts da Belege für die Aussagen?

1 Like

Genügt es heutzutage nicht, ein undeutliches Bauchgefühl zu haben, um einer Aussage zu glauben?
Man müsste mal eine Studie machen. Davon kann man nie genug haben. :wink:

Für welche Aussagen genau?
Ich habe den Thread seit Wochen als Entwurf hier gespeichert und hatte ihn schon vergessen. Er fehlte hier noch.

Artikel zum Thema gibt es wohl etliche. Im englischen nennt man das Ageism.

Insbesondere in den USA ist es ein öffentliches Thema.
Dort gibt es in Zusammenhang mit Covid-19 das geflügelte Wort „Boomer-Remover“, dass sich auf die Generation der Babyboomer bezieht.
Bei uns ist die Generation der Babyboomer offensichtlich jünger.

Ein guter Artikel ist von der Columbia Universität.

https://www.publichealth.columbia.edu/public-health-now/news/addressing-ageism-time-covid-19

1. Der feindliche Ageismus , der offenkundigste unter diesen Belastungen, manifestiert sich in Formen wie körperlichem, finanziellem und verbalem Missbrauch und der Wahrnehmung älterer Erwachsener als Belastung für die gesellschaftlichen Ressourcen. Ein Beispiel für einen solchen Ageismus ist der stigmatisierende COVID-19-Alias ​​"Boomer Remover", der über Social-Media-Plattformen übertragen wird. Ältere Erwachsene verinnerlichen dieses diskriminierende Denken möglicherweise unbewusst und erklären möglicherweise, warum der 69-jährige Gouverneur von Texas, Dan Patrick, behaupten würde, ältere Amerikaner seien bereit, sich selbst zu opfern , um die Wirtschaft für ihre Enkelkinder zu retten.

2. Vernachlässigter Ageismus ist eine Variation der Vernachlässigung älterer Menschen, die den Wert älterer Erwachsener trivialisiert. Es zeigte sich in öffentlicher Gleichgültigkeit gegenüber den Risiken des Vertragsabschlusses mit COVID-19 und verzögerte staatliche Maßnahmen. Unter der anfänglichen Wahrnehmung von COVID-19 als eine Krankheit, die hauptsächlich ältere und immungeschwächte Personen betrifft, ignorierten viele gesunde jüngere Erwachsene zunächst Empfehlungen zur sozialen Isolierung und zum Schutz ihrer älteren Verwandten. In einer Pressekonferenz im März stellte der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation, Tedros Adhanom Ghebreyesus, namenlose Nationen vor Gericht, weil sie den Tod älterer Erwachsener nicht als „ernstes Problem“ behandelt hatten und Anzeichen eines „moralischen Verfalls“ zeigten.

3. Wohlwollender Ageismus mit einer mitfühlenden, aber paternalistischen Denkweise fasst ältere Erwachsene zu einer einheitlich gebrechlichen und schutzbedürftigen Bevölkerung zusammen, die Schutz benötigt. Diese Denkweise kann das Selbstwirksamkeitsgefühl eines Individuums beeinträchtigen, wenn sie gewaltsam auferlegt wird. Wir haben diese Art von Ageismus in Geschichten von erwachsenen Kindern gesehen, die ihre Frustration über Eltern, die sich weigern, zu Hause zu bleiben , auslösten, sowie in Richtlinien für Nichtbesuche in Langzeitpflegeeinrichtungen. Diese Richtlinien wirken sich überproportional auf das Wohlbefinden älterer Erwachsener mit kognitiven Beeinträchtigungen aus , die häufig darauf angewiesen sind, dass Familienbetreuer ihre Unruhe lindern und in ihrem Namen kritische Entscheidungen treffen.

Auf uns in D trifft das Thema natürlich genauso zu, denn es gibt genug Menschen in D, die glauben, dass Covid-19 nur ein Problem für alte Menschen wäre (obwohl man realisiert haben sollte, das dies falsch ist) und es sich daher nicht lohnen würde die getroffenen Maßnahmen umzusetzen. Mich beschäftigt das seit Auftreten von Covid-19.
Und natürlich trifft 2. auf alle zu, die wissentlich und absichtlich auf eine Durchseuchung des Landes setzten oder zu spät Massnahmen ergriffen.
Dazu muss man nur einmal realisieren, wie die Massnahmen in diesen Ländern gelaufen wären, wenn Kinder oder junge Arbeitnehmer die schützenswerte Zielgruppe und Hochrisikogruppe des Virus wären. Man hätte nicht so lange so tun können, als ginge es um verzichtbare Menschenleben.

Dazu, wie Menschen aus dem Krankenhaus ins Altersheim abgeschoben wurden, kann man hier im Forum in länderspezifischen Threads Artikel lesen.

Ich finde es unplausibel, dass damit Renten entlastet werden sollten:

  1. Selbst in Italien hat COVID-19 zu wenig getötet, als dass es einen wirklichen Unterschied macht.
  2. Als Politiker hätte man auch gar keinen Vorteil daraus: Man kann sich schlecht 5 Jahre später hinstellen und sagen „Wisst ihr noch wie ich es war, der 2020 die Renter infiziert hat. Die Toten gehen auf meine Verantwortung. Wir sparen jetzt jedes Jahr 3% an Rentenkosten. Wählt mich wieder!“

Überforderung, schlechte Vorbereitung, Unwissenheit finde ich viel plausibler. Überleg einfach mal, wie viel Unsinn z.B. Spahn von sich gab. Tlw. weil er es nicht besser wissen konnte, tlw. weil er seine Arbeit nicht gut gemacht hat:

Dann gibt es noch viel schlechtere Politiker als Spahn - vor allem unfähige Populisten - die deswegen erfolgreich sind, weil sie alles mögliche versprechen. Die haben dann meist grobe Fehler gemacht wie z.B. in Italien.

1 Like

Es wird sich keiner hinstellen und irgend etwas ausser Fehleinschätzung usw. einräumen. Du machst wohl Witze.:grin:

Es geht auch weniger um deutsche Politiker. Denn wir hatten Glück, dass die etwas zu spät ergriffenen Maßnahmen erfolgreich waren und es bisher nicht schlimmer gekommen ist.

Es ging mir mehr um die Welt.
Aber sorry. Wenn ich als normaler Bürger Anfang März wusste, was auf uns zukommt, kann mir keiner erzählen, dass es nicht jeder Verantwortliche bereits früher als ich wissen konnte.

Zudem. UK ist bei 64.500 zusätzlichen Toten.
Sagen wir 50.000 waren Rentner. Nehmen wir monatlich 1.000 GBP. Was die durchschnittliche Rente ist und kaum für ein Altenheim ausreicht.

Das sind 50.000x12.000=600.000.000 GBP eingesparte Rente im Jahr. Bei 5 Jahren Lebensverkürzung (auch wieder eher gering gerechnet) sind das 3 Milliarden GBP.
Ich finde, dass ist schon eine Menge Geld.

Zum einen glaube ich wirklich, dass es viele Politiker gab, die die Situation unterschätzt haben. Vermutlich hat sich ein Boris Johnson weniger mit dem COVID-19 Thema beschäftigt, als du das gemacht hast.
Zum anderen ist es natürlich auch so, dass es Anfang März für vieles auch schon zu spät war. Wer Anfang März gemerkt hat, dass er zu wenig Schutzausrüstung für Altersheime hat, der hat auch keine mehr so einfach bekommen.

Machtpolitisch macht es keinen Sinn, dass Johnson bewusst Rentner töten wollte. Das sind vorwiegend seine Wähler. Inkompetenz halte ich für die viel plausiblere Erklärung.

1 Like

Ok. Wir haben ein neues gefährliches Virus, von dem wir durch die WHO und China wissen, dass es hochansteckend ist und insbesondere alte Menschen daran sterben.
Zu dem China wirklich aller Welt sehr klar und deutlich gemacht, wie schnell sich das Virus verbreitet, wie tödlich es für insbesondere für alte Menschen, aber auch viele junge ist und mit welchen Massnahmen, insbesondere Quarantäne, testen und MNS, sowie getrennte Bereiche für Infizierte, es zu stoppen ist.

Als Konsequenz daraus verhält sich jedes Land als müsste man die Massnahmen neu erfinden, geht teils nach dem stillschweigenden Motto lass die Alten doch verrecken von gezielter Durchseuchung aus, vergisst (auch die WHO) bei allen Massnahmen die Altenheime zu schützen, erlässt in etlichen Ländern nicht nur keine Besuchsverbote, sondern verzichtet auf Quarantäne und MNS für Altenheimmitarbeiter auch bei denen die zuhause Covid-19 Infizierte haben (wie aus Schweden berichtet wurde und sicher auch in anderen Ländern passierte), entlässt in einem italienischen Altenheim sogar Mitarbeiter die sich eigene Masken besorgt hatten (weil die Regierung die Altenheime auch vergessen hatte und wie überall verbreitete, Masken nur für medizinisches Personal), was in UK und Italien (möglicherweise auch in anderen Ländern) noch dadurch getoppt wurde, dass man auf Weisung der Regierung gezielt leicht an Covid-19 erkrankte alte Menschen in Altenheimen zwischenlagerte. Ohne MNS, getrennte Bereiche und genügend Tests.

Ich nenne das Absicht und damit bin ich nicht alleine. Das war so fahrlässig und unverantwortlich, das ich keinem abnehme, dass die zu blöd waren, das Offensichtliche nicht zu erkennen.
Wenn ich weiß, dass das Überqueren einer stark befahrenen Straße lebensgefährlich ist, lasse ich doch nicht alle Ampeln und Zebrastreifen weg.

Es gibt auch einen Artikel zu einer entsprechenden Studie, die das gründlicher ausgearbeitet hat.

Obwohl internationale Vergleiche aufgrund verschiedener Testkapazitäten und unterschiedlichen Auswertungsmethoden immer noch schwierig sind, halten die Forscher fest, dass Länder mit vielen Covid-19-Todesfällen (und mit einer hohen Covid-19-Sterberate) auch dazu tendieren, einen ausgesprochen hohen Anteil von Pflegeheimbewohnern an der Gesamtzahl der Toten aufzuweisen. Je exponierter die Pflegeheime sind, desto tödlicher ist also das Virus.

So gab es beispielweise in Hongkong bei über 1000 Infizierten in der Gesamtbevölkerung nur vier Tote. Der Hafenstadt war es gelungen, die Zahl der Infektionen und damit auch der Todesfälle in den Pflegeheimen vollständig bei Null zu halten. In Ländern, die mehr als 100 Todesfälle verzeichnen, reicht der Anteil verstorbener Altenheimbewohner an der Gesamtzahl der Toten hingegen von 24 Prozent in Ungarn bis 82 Prozent in Kanada.

Vor allen Dingen muss man jedoch sagen, dass allen Ländern seit Jahren bereits bekannt war, es wird irgendwann in den nächsten Jahren eine weltweite Pandemie geben.
Trotz diesem Wissen wurde keine Vorsorge zum Schutz der Bevölkerung getroffen, keine notwendigen Materialien beschafft und keine Pläne für Europa ausgearbeitet.
Trotz diesem Wissen hat Trump, der alles abschaffen will, was Obama aufgebaut hatte, und ihm sogar eigene Versäumnisse unterschiebt, die durch Obama eingerichtete Pandemiegruppe sogar vollständig aufgelöst.

Ich würde weiterhin von Blödheit ausgehen. Es gab Mitte März noch etliche, die die Folgen nicht einschätzen konnten. Sinngemäß: „Weltweit nur 5000 Tote, allein in Deutschland sterben an der Grippe 25.000 Menschen jedes Jahr, warum die ganze Panik?“.

Boris Johnson hat an Beratungen zu COVID-19 nicht teilgenommen, dadurch hat er es nicht ernst genommen.
Trump hat in so vielen Bereichen vieles kaputt gemacht, Seuchenschutz ist nur einer von ganz vielen Bereichen.

Das Ziel bewusst alte Menschen zu töten sehe ich weiterhin nicht, massive Inkompenz finde ich weiterhin viel plausibler und erklärt auch aktuelle Fehler.

2 Like